Das wahre Glück.
Schreibe einen Kommentar

Du darfst…

Es ist Mittwoch Nachmittag. Ich sitze auf meiner geliebten Bank draußen am Wald. Die Sonne scheint. Die Kinder toben freudig und mit Schokoschnute um mich herum… Und während das so alles um mich ist, ist in mir Chaos. Unruhe. Sorge. Angst. Und Ohnmacht.

Ich nehme das Handy, poste auf Instagram, dass ich überreizt bin. Frage danach, wie es Euch geht. Und erfahre – auch von Euch sind Viele nicht o.k. …

Und wisst Ihr was? Das ist o.k.! 

Ganz ehrlich…

Glaubt mir, ganz oft schaut man mich – die Achtsamkeitstrainerin – mit großen Augen an (oder schreibt mir verblüffte Nachrichten), wenn ich davon spreche, dass es mir nicht gut geht. Dass ich überreizt bin. In Sorge vielleicht. Angst habe. Traurig bin. Ganz so, als stünde es jemandem, der anderen Menschen doch zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit verhelfen möchte, nicht zu, diese Gefühle zu haben. Geschweige denn, das auch noch öffentlich zuzugeben.

Dabei ist es doch aber gerade DAS, was den Unterschied macht… 😉

Wie ich das meine? Nun, wir Menschen kommen auf diese Welt. So rein. So unbedarft. Und dann beginnt es. Das „Formen“. Durch die Familie vielleicht. Kita. Schule. Freunde. Job… Und ganz schnell lernen wir, was passiert, wenn wir uns konform verhalten – spüren aber leider auch genau so schnell, was passiert, wenn wir das nicht tun. Klar also, dass viele von uns sich darauf ausrichten, den Weg zu gehen, der „gewünscht“ ist…

Diffuse Unglücklichheit – Ein Zeichen?

Und so schlittern wir Menschen im Laufe der Zeit hinein – in ein Leben, dass ganz viele „Richtigs“ und „Falschs“ enthält. Und jetzt bitte nicht ärgern – denn das passiert „einfach so“. Wir merken es oft gar nicht. Kriegen oft gar nicht mit, WIE SEHR wir uns im Laufe der Jahre anpassen an etwas, was mit uns als Person nicht unbedingt mehr viel zu tun hat…

Vielleicht nimmt der eine oder andere eine diffuse „Unglücklichheit“ (bitte verzeiht mir diese Wortschöpfung, aber sie klingt so schräg wie sie sich anfühlt) wahr – aber da ja eigentlich alles „so is wie es sein soll“, geht man diesem Gefühl eher nicht weiter nach. Und macht weiter…

Zeit, aufzuhören weiterzumachen

Bis, ja bis irgendwann Zeiten wie diese uns überrollen. Zeiten, die viele von uns wirklich wirklich zermürben. An den Rand der Belastbarkeit bringen. Und fassungslos auf eine Welt schauen lassen, in der vermeintliche Gewissheiten auf einmal nicht mehr zu gelten scheinen…

Und auch, wenn man sich anfangs noch ganz gut an diesen erlernten „Richtigs“ entlang hangelt, ist bald klar, dass diese nicht mehr so wirklich greifen. Uns geht so langsam die Kraft aus… Wir kommen mehr und mehr ins Schleudern. Innen & außen. Doch, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, machen viele trotzdem weiter. Und weiter. Und weiter. 

Und mit jedem „weiter“ fühlt sich alles irgendwie noch schwerer an…

Du wunderbarer Mensch hier vor diesen Zeilen… Wenn Du magst, lade ich Dich von Herzen ein, loszulassen. Loszulassen von all den vermeintlichen „Richtigs“, um zuzulassen – all das, was da in Dir ist und gesehen werden will. Trauer. Hilflosigkeit. Angst. Überforderung. Wut. Ohnmacht… Was auch immer in Dir tobt… Es ist JETZT GERADE Teil von Dir. Und das is so so ok!! Du darfst Mensch sein. Denn genau in dem Augenblick, wo wir unser Menschsein anerkennen, uns eingestehen, was ist, biegen wir womöglich das erste Mal an ungewohnter Stelle in unserem Leben ab – aber gleichzeitig & vor allem ENDLICH auf den eigenen Weg ein. 

Und das ist (bei allem Schmerz, der sich vielleicht zeigt) ein ganz wunderbarer Anfang – weil diese ersten Schritte hin zu Dir selbst und weg von Vergleich & ungesunden Glaubenssätzen etwas freisetzen. Energie. In dem Moment nämlich, wo wir aufhören gegen uns selbst zu kämpfen, aufhören im Widerstand zu sein, wird genau diese frei… Und es kehrt Frieden ein. Und die Chance auf etwas Neues. Nährendes. Stärkendes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.