Das wahre Glück.
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Januar – Und jetzt?

Es kribbelt, als ich meinen Rechner aufklappe, um zu schreiben… Tut es immer. Diesmal aber ganz besonders. Denn viel zu lange ist es her, dass ich in Ruhe meine Gedanken zu „Papier“ gebracht habe. Es ging einfach nicht in den letzten Monaten, denn schreiben kann ich nur, wenn ich bei mir bin – und auch, wenn ich gerade in Zeiten von Corona nach wie vor darauf achtete, Momente für mich zu haben, so reichten diese Augenblicke gerade mal, um still ein paar Atemzüge zu nehmen, kurz Kraft zu tanken und weiterzumachen… Für längere Gedankenreisen, kreative Mutausbrüche oder gar Texte war kein Raum. Keine Ruhe. Keine Zeit. Der Blog im Tiefschlaf. Und ich traurig.

Wie werde ich satt? Es ist ein Weg...

Fremdbestimmung auf allen Ebenen

Denn auch, wenn ich nicht viel brauche, um zufrieden und in meiner Mitte zu sein- das Schreiben hier auf meinem Blog gehört dazu. Und nimmt man mir den Raum dafür, verwelke ich nach und nach wie ein Blümchen ohne Wasser… Und das vergangene Jahr hat mir diesen Raum gefühlt von einer Minute auf die andere genommen. Ohne Aussicht auf wie lange genau… Und aus einem anfänglichen „Ach, das kriegen wir doch hin die paar Wochen!“ wurde Fremdbestimmung für lange Zeit – und gefühlt auf allen Ebenen… Und jetzt, nach 2020 und zu Beginn dieses Januars spüre ich eine Art Loch tief in mir drin. Ein Energieloch… und es ploppt immer wieder die Frage auf: „Januar – Und jetzt?“

Kein Plan

Nein, Pläne sind es nicht, die ich machen möchte (eh nich so meins) – eher Leuchttürme setzen. Dinge festmachen, die mir gut tun und denen ich Priorität einräumen sollte, um die nächsten anstrengenden Wochen gut zu schaffen. Für mich. Und vor allem auch für die Menschen, die mir wichtig sind. Und das ist gar nicht so einfach, denn wie schnell verfalle ich noch immer in ein „Geht nicht!“, „Weiß nicht!“, „Ach sch…!“ und winke ab, wenn die Rahmenbedingungen – so wie aktuell – schwierig abzuschätzen sind. 

Dabei habe ich in den letzten Jahren doch gerade auch im Hinblick auf meine Depression erfahren dürfen, dass die Rahmenbedingungen eigentlich IMMER schwer abzuschätzen sind und dass das Leben von einem Tag auf den anderen scheinbar brutal die Richtung wechselt und Dir gefühlt alle Strukturen und Anker nimmt. Was also ist es, was in solchen Zeiten Kraft & Halt schenken kann? Und was könnte uns in diesem Lockdown-Januar ohne echte Highlights Energie geben? 

Glück & Zufriedenheit sind Chefsache

Die schlechte Nachricht vornweg – auch, wenn gerade jetzt gefühlt alle zu wissen scheinen, was Dich glücklich werden lässt in diesem Jahr – ich weiß es nicht. Und ich finde es ehrlich gesagt auch schwierig, dieses Thema anderen Menschen in die Hände zu legen… Weil letztendlich nur DU für Dich definieren kannst, was Dich glücklich und zufrieden macht… Problem: Manchmal ist das eigene Leben grad so voll mit Dingen im Außen und so laut und so schnell und die eigenen Wünsche, Träume & kraftspendenden Rituale verschüttet unter dem ganzen gesellschaftlichen Schrott aus Erwartung & Anpassung, dass da einfach keine Kraft ist, um zu suchen. Und kein Bock… 

Was jetzt? Wie jetzt?

Klingt erstmal irgendwie erschreckend – ist aber so wichtig, auch das anzuerkennen! Wobei wir wieder beim Thema wären, dass uns aktuell sooft Raum & Zeit für uns und unsere Innenschau fehlen… Wir aber gerade das jetzt so dringend bräuchten, um uns gut auszurichten, unsere Kräfte zusammenzuhalten und gut in dieses Jahr zu starten. Also Januar – Was jetzt? Wie jetzt?

Ich für mich habe mich hingesetzt und mir zwei bis drei Dinge aufgeschrieben, die ich brauche. Die mir Kraft geben. Wie das Schreiben zum Beispiel. Und dann habe ich mir die aktuelle Situation angeschaut (ihr wisst schon… Schule zu, Kita zu) & mir eine Tagesstruktur gebaut, in der das Schreiben trotzdem seinen Platz findet. Zu einer der Prioritäten meines aktuellen Alltages aaufsteigt… Und allein die Gewissheit & das Wissen darum, dass es nun wieder Zeit dafür geben wird,  gibt mir so viel Freude, so viel Energie, dass es richtig kribbelt… 😉

Was wäre, wenn…

Und während ich dies hier so schreibe, habe ich eine Idee… Lasst uns doch mal hier in den Kommentaren sammeln, was Euch gerade jetzt Kraft spendet. Was Euch Freude bereitet & Energie schenkt. Und wie Ihr genau das in Euren aktuellen Alltag einbauen möchtet… Ich denke, da kommen ganz wunderbare Dinge zusammen… Und ganz vielleicht ist es ja auch Inspiration für all diejenigen, die gerade (noch) ein wenig zu erschöpft sind für die eigene Innenschau… Wäre das nicht schön? Sich gegenseitig inspirieren & so gemeinsam durch diesen Januar begleiten? Ohne „Du musst!“? Ohne Druck? Einfach nur mit Liebe – von Mensch zu Mensch? 

16 Kommentare

  1. Caroline sagt

    Raus in die Natur, ich laufe viel in letzter Zeit… ;-); sich weniger mit Nachrichten und Co. beschäftigen, sondern mehr mit Dingen, die einem gut tun, Deinem Blog z.B.; inspirierende Podcasts hören; Meditationen machen; Yoga mit meiner lieben Yogalehrerin über Zoom; sich mit Menschen umgeben, die einem gut tun und sei es nur eine WhatsApp mit lieben Worten; Badewanne – das sind die Dinge, die mir momentan gut tun.
    Ich bin auch Mama von zwei wunderbaren Kids, daher weiß ich, wie schwierig es ist, sich (gerade im letzten Jahr) Freiräume zu schaffen. Das war auch ein großer Lernschritt: Ich kann mich nicht zerreißen, es wird nicht alles perfekt laufen (perfektes Homeschooling, perfektes Arbeiten, perfektes Haus, perfekte Paarbeziehung, perfektes Aussehen und perfektes Essen auf dem Tisch). 😉 Ich finde es toll, dass Du wieder Zeit in Deinen Alltag einbauen möchtest, um zu schreiben. Es ist soo wichtig, dass man sich selbst nicht vergisst und seine Bedürfnisse vom „Außen“ nicht komplett überrollen lässt. Ich versuche auch immer mehr, das nicht mehr zu vergessen (immer stärkere und fast ständige Kopfschmerzen haben mich endlich aufwachen lassen). Fühl Dich umarmt!

    • Anja sagt

      Liebe Caroline,

      hab von Herzen Dank für Deinen lieben & bereichernden Text… Du gibst ganz wunderbare Impulse & man kann herauslesen, dass Du Deinen Weg gefunden hast 😉 Das freut mich sehr… Daher würde ich mich freuen, wenn Du bleibst & und hier noch ganz oft mit Deinen guten Gedanken bereicherst. Das wäre wirklich schön…

      Alles Liebe
      Anja

  2. Meine Arbeit & die Familie (auch wenn beides gut darin ist auch wieder Kraft zu entziehen)
    Was mir aber immer wieder hilft ist mein Netzwerk. Immer ist wer da, weiß einen Rat oder hat einfach nur aufmunternde Worte für mich übrig. Das tut gut.

    • Anja sagt

      Danke liebe Suse…

      Du bist aber auch große Klasse im Netzwerken… Konnte da schon viel von Dir lernen und versuche nun, das auch mehr und mehr für mich umzusetzen… 😉 Und schön wäre, wenn auch hier ein Ort entstehen würde, wo Menschen zusammenkommen und sich austauschen… Ein Anfang ist gemacht 😉

      Danke. Für alles.
      Anja

  3. Anja sagt

    Gelassen bleiben, sich nicht allzu über alles zu informieren, den Kopf zu zermürben, nicht ständig auf dem laufenden bleiben…. vieles nur am Rande betrachten… positives in den Vordergrund rücken, die Zuversicht und Kraft nicht aus den Augen verlieren…. viel täglichen Routinen schaffen, viel raus in die Natur gehen…. positives zusammen leben fördern, üben… sich immer wieder gegenseitig aufzubauen, statt sich runterzuziehen…. sich vom Außen nicht allzu sehr beeinflussen lassen bzw runterziehen lassen…. auf seinem Weg bleiben, ganz gelassen…..

    • Anja sagt

      Liebe Helga,

      das sind ganz wunderbare Sachen, die Du da schreibst 😉 Gerade auch das bewusste Setzen von Zeiten, in denen wir Informationen aufnehmen, finde ich wichtig… Nicht immer und ungefiltert alles auf uns einprasseln lassen, sondern sich bewusst entscheiden, wann ich welche Infos (auch von welchen Quellen) konsumiere – und dann, vor allem Abends – Schluß machen… und zwar rechtzeitig, bevor es ins Bett geht… Damit man zur Ruhe kommt…

      Ich danke Dir für Deinen wertvollen Beitrag & würde mich freuen, bald wieder von Dir zu lesen…
      Anja

  4. Beate sagt

    Sehr schön geschrieben und wieder sehr passend. Ich bin im Moment auch noch auf der Suche nach meinem Weg. Ich weiß dass Bewegung mir hilft, gegen die Depression und gegen die gefühlte Hilflosigkeit, aber es fällt mir trotzdem ziemlich schwer, meine Zuversicht und mein Optimus fehlt irgendwie noch.

    • Anja sagt

      Danke 😉 … und jepp!

      Kenn ich… Meine Idee (so hab ich es damals ganz oft gemacht): Grübelmaschine gar nicht erst anwerfen. Einfach stur anziehen und rausgehen. Machen. Und selbst mit Null-Bock-Stimmung rumlaufen… Das macht was mit Dir…

      Uuuund: Gern hier vorbeischauen – bin jetzt wieder regelmäßig hier… Und gemeinsam mit den anderen wunderbaren Menschen hier sind wir gern Motivation und positiver Anstubser 😉

      Fühl Dich gedrückt!! Du bist nicht allein…
      Anja

  5. Stefanie sagt

    Ich fühle mich seit Monaten in einem Hamsterrad gefangen. Im September 2020 kam mein Kleiner (damals ein Jahr) in den Kindergarten. Von Dezember bis zum ersten Lockdown im März war er nur drei Wochen (nicht am Stück) im Kindergarten. Die restliche Zeit waren wir einfach immer krank. Mit dem Lockdown könnten wir körperlich gesund werden. Aber seelisch? Homeoffice, homeschooling (damals 3. Klasse) und geschlossene Krippe. Achja und Haushalt ist ja auch noch da. Wir haben nur überlebt. Es war schlimm. Und ringsherum muss man dann auch noch sagen wie gut es ist, dass wir beide unsere Jobs haben und keine Kurzarbeit oder gar Jobverlust. Oder wir sind ja gesund. Trotzdem war es keine schöne Zeit.

    Jetzt sind wir wieder zu Hause inklusive homeschooling (4. Klasse) und Krippenkind sowie homeoffice und Haushalt.

    Was ich gelernt habe und besser machen möchte: Struktur. Wir legen genau fest, wer arbeitet wann. Wer betreut wann die Kinder. Wann nehmen die Großeltern den Kleinen, damit wir arbeiten können und die Große lernen kann. Festlegen, welche Aufgaben die Große selbst erledigen kann und ihr auch eine Struktur geben.

    Weiterhin war und bin ich genervt von vielen Dingen, die einfach unaufgeräumt herumliegen. Hier habe ich meine persönlichen Miniprojekte (keine vorgegebenen Challenges) und bleibe da jetzt wieder dran. Aktuell war es der Verkauf von Sommersachen von der Großen um Platz zu bekommen. Check, erledigt in den letzten Tagen. Nun sind die Sachen vom Kleinen dran. Der nächste kleine Schritt. Platz schaffen zum Atmen.

    Mich inspirieren da immer deine kleinen Ausschnitte aus deinem Haus.

    Ich merke immer wieder, dass ich die äußere Ordnung brauche ich um innerlich auch zur Ruhe zu kommen.

    Nun bis auf die Tagesstruktur und die äußere Ordnung als Ideen, ist es eher ein Jammerpost geworden 🙂

    Bleibt gesund!

    • Anja sagt

      Liebe Stefanie,

      nix Jammerpost – im Gegenteil, es ist soo wichtig, dass man auch einmal darüber sprechen darf, was das alles mit einem persönlich macht! Dafür dickes Danke & dieser Ort hier ist auch ein Platz, wo dies gewünscht und gewertschätzt wird… Was ihr da leistet, ist n Brett – umso wichtiger, dass Du für Dich die Energieräuber ausmachst und auf Distanz hälst… Denn sicher, es gibt immer jemandem, den es schlechter geht – aber was soll dieser Spruch? Das wertet Deine ganz persönlichen Gefühle ab und hilft niemandem… Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir kleine Inseln schaffen kannst, mit Dingen, die Dir Kraft geben… Und das mit der Struktur – das habe ich hier auch eingeführt… Das hilft wunderbar!! Ich geh früh morgens zum Beispiel gleich duschen und richte mich her… Kein Gesabbel in der Joggingdbuxe 😉 Das gibt mir zusätzlich ein gutes Gefühl…

      Dicker Drücker!! Und komm gern hier vorbei…
      Der Austausch kann auch eine gute Energiequelle sein 😉

      Alles Liebe
      Anja

  6. Maria sagt

    Fremdbestimmung, Energieloch…
    Du schreibst mir aus dem Herzen!
    Ich habe aktuell meine Energiequelle noch nicht gefunden…
    Jedoch gibt mir meine Ausser-Haus-Arbeit und meine Familie zu bekochen Struktur. Aber mehr ist derzeit nicht möglich.
    Diverse online gezeigten Ausmist- oder Kreativchallenges machen trotzdem immer wieder das Gefühl mehr leisten zu sollen😓

    • Anja sagt

      Struktur hilft hier auch sehr, nicht so durch die Tage zu „schwimmen“… Und was diese Challenges angeht – ich versteh Dich da sooo gut… Aber es sind eben bewusst gewählte Inhalte, die da perfekt inszeniert werden… Fühl Dich eingeladen, das auszublenden & Dir auf die Schulter zu klopfen für all das, was Du gerade stemmst 😉

      Und Austausch kann auch Energiequelle sein… Schön, dass Du hier bist 😉

  7. Danke für diese ehrlichen Worte, ich fühle es sehr ähnlich zur Zeit!
    Mein „Leuchtturm“ für den Moment ist, wieder in bewegung zu kommen, um mich besser zu spüren.
    Das Trauma nach meinem Sturz im Sommer und die Folgen haften mir noch sehr an, und bis vor wenigen Tagen fühlte es sich an, als wäre ich im Griff einer eisernen Kralle gefangen. Nur ich allein kann mich draus wieder befreien, doch noch muss ich gerade meine ganze Zuversicht zusammenkratzen.

    Ich wünsche dir alles Liebe, und viele Gelegenheiten, wieder zu schreiben!

    • Anja sagt

      „eiserne Kralle“ … Ich konnte es richtig fühlen! Feiere Dich für jeden Schritt & fühl Dich umarmt – wir sind viele, die gerade ihre ganze Zuversicht zusammenkratzen. Auf die ein oder andere Weise… Das zu spüren hilft mir persönlich sehr…

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