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Über den Umgang mit herausfordernden Situationen*

5 Tipps & Anregungen aus dem Leben einer Achtsamkeitstrainerin

 

Es war zu Beginn dieser Woche. Ich hatte das Gefühl, dass nicht nur bei mir persönlich, sondern auch um mich herum, ja irgendwie überall, ein trauriges, schweres Seufzen zu hören war… Sicherlich, weil wir diese wunderbare & so dringend benötigte Leichtigkeit des Sommers nun endgültig verabschieden mussten und uns stattdessen nun kalter Regen ins Gesicht klatscht. Vielleicht auch, weil es morgens beim Aufstehen noch so furchtbar dunkel ist. Und kalt. Ganz sicher aber auch deswegen, weil die Corona-Zahlen im Land stetig & unerbittlich ansteigen und damit auch die Angst bei vielen von uns, was das ganz persönlich, wirtschaftlich, für unsere Gesundheit und unser emotionales Gleichgewicht bedeuten mag… Gepaart mit den 1000 kleinen Alltagssorgen, die sowieso schon immer auf unserer Schulter sitzen, habe ich also eine Idee davon, wie es dem ein oder anderen gerade geht… Und dass man sich zwischen Traurigkeit, Wut, Unsicherheit und Müdigkeit die Frage stellt: Wie umgehen mit dieser durchaus herausfordernden Situation gerade? 

Und was soll ich Euch sagen Leute – genau das war es, was auch ich mich zu Beginn der Woche fragte – hatten wir nach einer Sch… Nacht doch nicht nur die normalen alltäglichen Herausforderungen mit Schul- und Kitakind und zwei Jobs aufm Zettel, sondern sahen uns plötzlich auch noch vor die Herausforderung gestellt, unsere  Pension gut für die aktuellen Anforderungen (siehe Nachrichten) aufzustellen… Was nicht wirklich gelang, da es erst einmal Stornierungen hagelte.

Also setzte ich mich am Montag, nachdem beide Kids in Schule und Kita abgeliefert waren, kurz an meinen großen Küchentisch und… da ist er auch schon. Tipp Nummer 1 aus dem Leben einer Achtsamkeitstrainerin:

Tipp Nummer 1:

Wenn Du das Gefühl hast, die Wellen des Lebens brechen scheinbar alle gleichzeitig über Dir, halte inne. So schwer es Dir in dem Moment auch scheinen mag, weil Du ja gefühlt eh schon viel zu viel aufm Zettel, zu wenig Zeit – geschweige denn Nerven – hast für all das, was da gerade getan und geklärt werden will… Drücke die STOPP-Taste und mach kurz Pause. Du brauchst diese Zeit für eine gründliche IST-Analyse! Wie geht es mir gerade? Wie stehts um meinen Energie-Haushalt? Was ist jetzt wirklich wichtig & welche Gedanken schwirren durch meinen Kopf und lenken mich nur ab/ ziehen mich runter? Denn häufig ist es so, dass wir nicht so handeln, wie es heilsam und notwendig wäre, sondern so, wie wir denken, dass es von uns erwartet wird! 

In meinem Fall hieß das also, hinsetzen, kurz die Augen schliessen (schon da bemerkte ich eine unfassbare innere Unruhe und Herzklopfen), tief ein- und ausatmen & mich für einige Augenblicke nur darauf zu konzentrieren. Meinen Atem. Nennt man auch Meditation… ich weiss, eine kleine, durchaus unspektakuläre Übung, die viele nicht mögen – die jedoch grandios wirkt! Ehrlich! Holt sie mich doch beispielsweise immer wieder aus diesem ganzen Gedankenwust in meinem Kopf raus und setzt mich dahin, wo ich hingehöre. Ins Hier und Jetzt! Und wenn ich dann schon einmal da bin, kann ich eben auch die Bestandsaufnahme meiner Person machen (Wir erinnern uns: Wie geht es mir gerade? Wie stehts um meinen Energie-Haushalt?)… Und je nachdem, wie die ausfällt, gehts dann weiter… An besagtem Tag Anfang der Woche spürte ich, dass ich recht müde, verspannt und kein bisschen fokussiert war. Große innere Unruhe war da, viele Gedanken in meinem Kopf, etwas Selbstmitleid, wenig Energie. Und genau deshalb ließ ich die Augen noch ein wenig länger geschlossen, atmete noch ein Weilchen weiter und schaute mir diese vielen Gedanken in meinem Kopf mal etwas näher an… Und da kommen wir auch schon zu

Tipp Nummer 2:

„Glaube nicht alles, was Du denkst.“ Ich weiß noch, wie ich diesen Satz damals in meiner Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin beim DFME zum ersten Mal hörte – und ich liebe es, wie er mich seitdem durch herausfordernde Zeiten trägt… Denn es ist doch so: Gedanken sind nur Gedanken. Mehr nicht! Und deshalb muss ich mich von ihnen auch nicht runterziehen und den ganzen Tag durch die Gegend scheuchen lassen. ICH entscheide, welche Gedanken hilfreich sind und welche ich nicht weiterdenken will… So auch an besagtem Tag. Noch immer mit geschlossenen Augen und ruhig atmend, saß ich an meinem Tisch, als mir auf einmal dieser Gedanke durch den Kopf schießt: „Jetzt hast Du in der Pension investiert, warst mutig – die werden alle stornieren! Du wirst kein Geld mehr verdienen. Alles wird den Bach runtergehen!“

BOAH!!! was für ein niederschmetternder Gedanke! Auf den hatte ich wirklich gar keinen Bock. Und hilfreich erschien er mir auch nicht wirklich.  Der durfte weg! … und falls Du Dich jetzt fragst, wie ich das gemacht habe: Ich hab den einfach nicht mehr weitergedacht. Das ist nämlich das eigentliche Geheimnis bei der Meditation: Es geht nicht darum, nichts mehr zu denken (das geht nämlich gar nicht…), sondern sich von all den Gedanken in Deinem Kopf nicht kirre machen zu lassen und selbst wieder die Kontrolle zu übernehmen… Und bewusst zu entscheiden, welche Gedanken hilfreich/heilsam sind & welche weg können 😉

Nachdem ich mich also von all dem Gedankenmist in meinem Kopf befreit und wieder Platz und etwas Ruhe geschaffen hatte, öffnete ich die Augen, holte mir Zettel und Stift und schrieb alles auf, was jetzt noch übrig war… Und siehe da: Es war nicht mehr so doll arg viel. Panikanrufe und Aufregermails waren weggefallen – genauso Selbstmitleidsschokolade kaufen und hilflos an die Wand starren. Und trotzdem – legte ich meinen Todo-Zettel und die IST-Analyse von vorhin nebeneinander, war da immernoch ein Delta! Also tat ich das, was nun als nächster Tipp kommt…

Tipp Nummer 3:

Hilfe holen… Klingt total easy, ist aber ein Tipp, der (und das weiss ich aus vielen Gesprächen) gerade Frauen UNHEIMLICH schwer fällt. Oft stehen uns da alte Glaubenssätze im Weg – etwa, dass alle anderen das ja auch hinkriegen oder dass Arbeit nun mal Kampf is und weh tut oder oder oder… Auf jeden Fall war es auch bei mir ein langer Weg, dass ich dahin kam, ganz selbstverständlich Hilfe einzufordern und auch anzunehmen. Konkret heißt das, dass ich an besagtem Tag zum Telefonhörer griff und meine wunderbaren Untertsützer für die Pension anrief. Nummer eins hilft mir beim Saubermachen, Nummer zwei beim Sortieren meines Schreibtisches mit 100000 Zetteln, Rechnungen, Belegen und und und… Früher hätte ich gesagt: Kann ich alleine, bin doch BWLer. Kann ich alleine, kann ich alleine, kann ich alleine… Doch in der aktuellen Situation hat Priorität, dass ich für meine Gäste da bin. Sie brauchen aktuell einen Ansprechpartner, der zuhört, Sorgen nimmt, Zeit für ihre vielen Fragen und Unsicherheiten hat… DAS war zu dem Zeitpunkt wichtig. Und klar kann ich putzen und Ordnung in meine Buchhaltung bringen – aber dazu noch die ganzen Mails und Telefonate aufgrund der aktuellen Situation im Land… das alles zusammen in der aktuellen Lage… DAS kann ich nicht! Und tadaa – da kommt auch schon Tipp 4 ins Spiel…

Tipp Nummer 4:

Steh zu allem, was Dich gerade ausmacht und höre auf, es zu bewerten. Denn klar, an Tagen wie diesem, den ich Euch hier gerade schildere, kommt schon gern mal so ein altes Stimmchen in mir hoch, dass mir erzählen will, dass ich ne ganz schöne Lusche bin, weil ich das alles nicht alleine gebacken bekomme und dass die anderen das aber schon schaffen und dann bestimmt denken, dass ich mich vielleicht übernommen habe mit der Pension. Doch mittlerweile bin ich ganz gut darin, genau in solchen Momenten auf Tipp Nummer 2 zurückzugreifen und diesen Gedanken in die Tonne zu treten. Hilft er doch grad so rein gar nicht weiter und stresst mich eher noch mehr! Und mal ganz ehrlich: Ich empfinde es als unheimliche Stärke, zu seinen Schwächen zu stehen!!! Was mich auch schon zu meinem letzten Tipp im Umgang mit herausfordernden Situationen bringt..

Tipp Nummer 5:

Übernimm Verantwortung! Was mein ich nun schon wieder damit… Nun, allzu gern suchen wir einen Schuldigen für unsere aktuell herausfordernde Situation. Der Chef, der Partner, die Kinder, Kack-Corona… Ich könnte diese Liste endlos weiterschreiben, doch am Ende des Tages liegt der Schlüssel für unser Wohl-Befinden in uns!!! Heißt: Indem wir Verantwortung für unser Leben übernehmen, haben wir verstanden, dass WIR dafür zuständig sind, herausfordernde Situationen für uns zu erkennen, anzunehmen (was nicht heißt, dass wir sie gut finden müssen) zu bearbeiten & im besten Sinne zu lösen…

… deshalb bin ich heute übrigens auch keine Leiterin einer Marketing-Abteilung mehr 😉

* Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung.

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