Der feine Unterschied.
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Wie ich das mit dem Weihnachtsstress mache?

Weihnachtsstress

Gestern, nachdem ich das gefühlt 1000-ste Weihnachtsmarkt-Bild auf Instagram gepostet habe, erreichte mich die Frage einer lieben Leserin, wie ich das denn alles so mache. Mit diesem ganzen Weihnachtsstress… Ist ja doch recht viel zu tun und bei mir wirkt es so, als wäre ich total relaxed. Und irgendwie dauernd auf dem Weihnachtsmarkt 🙂 

Und da habe ich mir gedacht, ich schreib mal darüber, wie das bei uns so läuft in der (Vor)Weihnachtszeit. Und wie wir das als Familie mit Weihnachten so handhaben. So ein wenig über unsere Weihnachtsamkeit eben…

Generell muss man wissen, dass Weihnachten und die Zeit davor für mich persönlich schon immer eine Herzenssache ist. Ich bin aufgewachsen in einer Region Deutschlands, in der Weihnachten DIE Zeit des Jahres ist. Viele Rituale, viele Traditionen, viele Lichter, viel Glanz. Und besonders in der Vorweihnachtszeit bin ich sowas von verknallt in mein Erzgebirge… Doch manchmal, manchmal bin ich auch ein wenig traurig. Dann nämlich, wenn ich dort und anderswo Menschen erlebe, die diesen ganzen Glanz im Außen nicht (mehr) auf ihr Inneres übertragen können…

Weil: Weihnachten, das ist doch das Fest der LIEBE…

Und wenn wir diese Liebe zulassen können, dann – fast unbemerkt – legt er sich über uns, dieser ganz besondere Zauber an Weihnachten. Und dann gibt es kein Vergleichen mehr. Kein Streiten. Keine Unzufriedenheit. Kein ICH. ICH. ICH. Und diese schnelle, hektische Welt kommt für ein paar Stunden tatsächlich zur Ruhe und lässt uns Zeit. Zum Sein. Zum Menschsein… 

Und wir als Familie versuchen ganz einfach dankbar und mit Freude anzunehmen, was diese besondere Zeit für uns bereithält. Zusammenzusein. Momente der Liebe zu teilen und nicht so viel Energie in Planerei und noch weniger in Erwartungen zu stecken. Sicher, es gibt ganz wunderbare Weihnachts-Rituale, die dieses Gefühl von menschlicher Wärme, von Gemeinschaft und Nächstenliebe unterstützen und uns daran erinnern, was im Leben wirklich wichtig ist. Doch für uns sollen sie sich gut und richtig anfühlen für den Moment und nicht  “abgearbeitet” werden, weil man das halt so macht…

Plätzchenbacken zum Beispiel

 Letztes Jahr waren der Sohn und ich klassisch schon im November eifrig am Backen und haben es sehr genossen, gemeinsam in der Küche zu werkeln. Wir hatten Zeit und Lust und Laune darauf… In diesem Jahr lief es ganz anders: Auf einer Weihnachtsfeier seines Fußballvereins hatte das Kind ein Set mit Knete und Zubehör bekommen und da war auch eine große Spritze dabei… Und als wir diese so mit Knete füllten, kam mir die Idee, dass das doch auch mit Teig funktionieren müsste… Also haben der Sohn und ich am Wochenende (Oma & Opa waren zu Besuch) ruckizucki einen einfachen Teig zusammengerührt und experimentiert… Naja, es gestaltete sich eher so lala… Also es klappte nicht so wirklich… Und irgendwann stand dann da eine Schüssel voll Teig und das Kind und ich hatten keinen Bock mehr. Und am nächsten Tag sollte es mit den Großeltern ins Erzgebirge gehen… Tja, Oma hat die Schüssel gut gekühlt und am nächsten Tag eingepackt und abends dann mit dem Sohn noch verbacken. Ich selbst lag müde auf der elterlichen Couch und beobachtete verstört und beglückt zugleich, wie diese beiden abends halb neun voller Elan in der Küche hantierten… 

Oder das Thema Geschenke

Bis vor drei Jahren wurde bei uns in der Familie gekauft und geschenkt. Macht man halt so an Weihnachten … Doch seit meiner Erkrankung ist das Thema auf Position 134689 gerutscht. Ich weiss noch, an dem Weihnachten nach meinem Zusammenbruch… Es war ein wirklich stilles, besinnliches, vielleicht eines der ersten „echten“ Weihnachten… Mit nichts als Liebe, Demut und Dankbarkeit im Raum. Und so blieb es auch. Weihnachten sind wir einfach alle zusammen. Als Familie. Beide Omas. Opa. Onkel. Tante. Kinder. Mann. Ich. In Gedanken noch bei anderen lieben Menschen, die nicht (mehr) bei uns sein können. Wir sind einfach (füreinander) da. Haben Zeit. Miteinander. Und ja, das empfinde ich wiederum als ein solches Geschenk… Und psssst: Es gibt da eine kleine feine Vereinbarung unter uns „Großen“, dass, wenn einem von uns im Laufe des Jahres etwas „über den Weg läuft“, was einfach passt, dann darf das gern geschenkt werden. Aber wenn nicht, dann nicht…

Und was unseren Sohn angeht, so liegt das ganze Jahr über ein Zettel bei uns daheim aus, auf dem er aufkleben oder aufmalen kann, wenn er sich etwas so richtig wünscht. Generell… Und dieser Zettel hilft uns zu allen Anlässen, Festen & Gelegenheiten. Na und vor Weihnachten sortiert der Kleine dann noch einmal die Dinge heraus, die der Weihnachtsmann ganz unbedingt wissen muss… Und die können dann in aller Ruhe von uns abgewogen und in Absprache mit dem Weihnachtsmann in unser Heim einziehen. Oder auch nicht… 🙂

Weihnachtskarten schreiben

Letztes Jahr war ich in Nürnberg in einem zauberhaften Spielzeugladen, um eine Holz-Krippe für uns auszusuchen. Kindgerecht und zum Anfassen & Benutzen. Zufällig gab es dort auch ganz süße Weihnachtskarten als Abreiß-Block & zum Ausmalen. Diese habe ich mitgenommen und mein kleiner Frühaufsteher hatte jeden Morgen einen Riesenspaß daran, eine Karte zu „gestalten“. Und dann, Mitte Dezember, war er fertig und wir haben diese Herzenskarten an liebe Menschen verschickt.

Und in diesem Jahr? Gibt es keine Weihnachtskarten. Sie sind uns nicht „begegnet“, es hat sich nicht ergeben & nur weil es gesellschaftliche Tradition ist, werden wir nicht in ein Geschäft rennen und auf Biegen und Brechen welche schreiben. Es fühlt sich in diesem Jahr einfach nicht danach an. Dafür ist hier zufällig etwas anderes für unsere Lieblingsmenschen am Werden. Vielleicht zeige ich es diese Woche noch einmal auf dem Blog…

Und die Sache mit dem Weihnachtsbaum?

 Letztes Jahr hatten wir zwei Bäume, denn der Erste war schon so früh bei uns eingezogen, dass er es nicht bis Weihnachten geschafft hat (wir konnten es einfach nicht erwarten :-)). Also mussten wir kurz vorm Fest einen Zweiten besorgen… Ich hab lange nicht mehr so gelacht wie bei dieser Aktion. Wir schmücken VOR Weihnachten einen Baum ab und tragen ihn aus der Wohnung! Herrlich war das!

Und in diesem Jahr? Nun, noch ist hier keiner eingezogen und ich weiss nicht, ob sich das noch ändert… Zu oft waren wir die letzten Tage in Sachen Haus unterwegs und haben genau dadurch  anderswo wunderhübsche Weihnachtsbäume  bewundern und bestaunen können.

… und ja, so geht die Weihnachtszeit Moment für Moment dahin. Und wir gehen mit ihr. Dankbar für das, was ist & mit Liebe im Herzen…

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