Das wahre Glück.
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Sag JA zu Deinem NEIN

LIA | Lachen ist gesund

Na? Heute schon JA gesagt und NEIN gespürt? Es während des Aussprechens schon genau gewusst, dass das keine gute Idee ist? Und trotzdem freundlich gelächelt und genickt?

… weil Du helfen wolltest?
… weil Du gut dastehen wolltest?
… weil Du anerkannt & gesehen werden wolltest?
… weil Du es in den Augen Deines Gegenübers richtig machen wolltest?
… weil Du besser sein wolltest als […]?
… weil Du Angst hattest?
… weil Du gar nicht drüber nachgedacht hast und es einfach immer so machst?

Ganz schön steile Thesen, die ich da aufstelle,… oder hast Du vielleicht doch an der ein oder anderen Stelle gestockt? Genickt? Bist vielleicht sogar ein wenig ins Grübeln gekommen?

Wunderbar! Dann sind wir in Verbindung. Schwingen auf der gleichen Frequenz… denn ja, auch ich kenne diese Situationen, komme in diese Situationen. Erwische mich immer noch ab und an dabei, dass ich JA sage, obwohl gerade ein NEIN dran wäre…

Und genau deshalb ist dieser Text auch auf gar keinen Fall als erhobener Zeigefinger gemeint, sondern vielmehr als kleiner, liebevoller Stupser für Dich – gewürzt mit einer Prise meiner ganz persönlichen Erfahrungen…

Und nagut – eine Bitte an Dich steckt auch noch drin: Und zwar die, es Dir gerade jetzt, in dieser besinnlichen Vorweihnachtszeit, wieder mehr zu erlauben, in Kontakt mit Dir zu kommen. Den Autopiloten, der Dich so gut funktionieren lässt, öfter mal wieder auf „off“ zu schalten… Weil nur dann kannst Du spüren, wer da hinter all der Hektik, den selbst gebastelten Masken und antrainierten Verhaltens-Mustern wirklich steckt. Und was diese Person will – oder eben auch nicht…

Und ja ich weiß, es ist mitunter schwierig & unangenehm, was da im Innen so zum Vorschein kommt, wenn man ein paar wenige Momente am Tag die Tür hinter sich schließt, das Handy abstellt & bewusst Stille im Außen zulässt. Stille, die es braucht, um sich selbst (wieder) zu hören. Sich selbst (wieder) zu spüren…

Das kann unfassbar schwer sein…

Nicht, weil wir nicht Lust auf uns selber hätten – und auf ein Leben mehr im Einklang mit unseren Wünschen & Bedürfnissen… Sondern weil der Weg dahin nicht vorhersehbar ist. Uns überraschen & den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Und dauert, solange er dauert. Oft mit mehr schwarzen Löchern und harten Steinbrocken drauf als mit diesem hippen „Persönlichkeitsentwicklungs-Glitzer“…

Und weil wir genau das tief in unserem Inneren ahnen, lassen wir lieber alles so wie es ist. Vermeiden die Stille im Außen & den Krach im Innen, der das Herz eng machen könnte. Womöglich sogar Bilder in uns aufsteigen ließe, die wir durch unsere bisherige Lebensstruktur & mit Ablenkung auf allen Ebenen doch so gut wegzudrücken gelernt haben…

… und die doch immer da sind. Und in unserem Unterbewusstsein seit Jahren fleißig arbeiten. Uns kontrollieren und eine Angst nähren, die uns so handeln lässt, wie wir es eigentlich doch nicht wollen. Und so leben wir weiter unser gemütliches Elend & sagen JA, obwohl unser Herz sich so sehr nach einem NEIN sehnt. 

Ich wünsche Dir von Herzen den Mut zur Stille,… denn sie verrät so viel über Dich. 

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2 Kommentare

  1. Claudi sagt

    Liebe Anja,
    Ja, wie gut kenne ich diese Situationen. Ich habe jahrelang zu viel zu vielen Dingen ja gesagt, ohne es wirklich zu wollen. Die Ansprüche an mich selbst, der „Versuch“ das Bild aufrecht zu erhalten, was andere von mir hatten… es gab viele Gründe…
    Und heute? Bemühe ich mich, nein zu sagen. Tue es auch oft. Aber leider nicht immer. Und dann stecke ich wieder in Situationen, die ich so eigentlich nicht möchte und ärgere mich darüber. Fühle mich dadurch gestresst.
    Zum Beispiel jetzt am kommenden Wochenende…
    Hab einem Besuch in meiner Heimat zugesagt, der mit einer 3 1/2 stündigen Auto-Fahrt verbunden ist. Ich hab diese Woche Nachtdienst, bin eh müde und kaputt und je näher das Wochenende kommt, umso stärker wird die Sehnsucht nach einem ruhigen Wochenende zu Hause. Da sind aber nun meine 3 Kinder, die sich auf Oma freuen und auf die Tage dort.
    Sie wären so enttäuscht und traurig, wenn ich die Fahrt dorthin absage. Und nu sitze ich hier… und nehme mir ganz fest vor, das nächste mal nein zu sagen, wenn ich nein meine.
    Danke für deinen tollen Artikel. Du schaffst es doch immer wieder Themen genau dann aufzugreifen, wenn sie bei mir aktuell sind und in meinem Kopf rumschwirren.
    Liebste Grüße, Claudi

    • Liebe Claudi,

      ich kann so gut verstehen, wie Du Dich fühlst… Mir selbst passierte das „JA“ regelrecht über Jahre hinweg… Fast schon automatisch kam es mir über die Lippen – und oft zu spät realisierte ich dann, was ich da mal wieder „angerichtet“ hatte… Dennoch: Sei nicht hart zu Dir, diese Muster haben sich über viele Jahre eingebrannt & es dauert eben auch ein Weilchen, ehe man sie ändern kann. Wenn ich mit meinem kleinen Text ein wenig dazu beitragen kann – Du glaubst nicht, wieviel mir das bedeutet!

      Fühl Dich gedrückt… Bis bald…
      Anja

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