Das wahre Glück.
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Wie ich meine Wünsche zu Weihnachten verlor

Über Wünsche zu Weihnachten

Es ist der erste Advent 2017. Der Tag, an dem ich meine Wünsche zu Weihnachten verlor.

Ich bin gerade aufgewacht. Allein in meinem „Kinderzimmer“. Da, wo ich früher so gerne war und wo ich heute mit Mann und Maus unterkomme, wenn wir hier sind. Bei meinen Eltern.

Von weitem höre ich den Kleinen, der gerade nach dem Opa ruft… Dann das Klappern des Ofentürchens im Keller. Dann wie Opa antwortet, die Treppe hochkommt und die Stimmen gemeinsam weggehen und leiser werden. Ich bleibe noch ein wenig so liegen. Genieße dieses warme, wohlige Gefühl, welches sich da gerade in mir breit macht. Zuhause. Ich bin zuhause. In so vielerlei Hinsicht…

Irgendwann stehe ich auf. Gehe zu dem großen Fenster, das ich schon damals so sehr liebte. An dem ich saß, wenn ich Liebeskummer hatte. Oder andere Sorgen. Hier, in meinem alten Kinderzimmer…

Wie schön es hier ist, denke ich, während mein Blick über die Landschaft gleitet. Schön. Still. Vertraut. Und ich tauche ganz ein. In diesen Moment.

Höre nur verschwommen noch den Kleinen, wie er weiter auf seine Großeltern einplappert. Dann Lachen. Begleitet von dem leisen Surren des Rasierapparates vom Mann. Irgendwo weit weg im Badezimmer. Ich bin einfach. Hier… Atme irgendwann den Duft von Räucherkerzen, Kaffee & frisch aufgebackenen Brötchen, der durchs Haus zieht. Sehe, wie es ganz leicht zu schneien beginnt…

Gern allein sein. Und sich gleichzeitig gehalten und geborgen fühlen. In mir. Da. Am Fenster meiner Kindheit. Mit Glück im Herzen. Und umgeben von wunderbaren Menschen, die ich Familie nennen darf…

Und plötzlich weiß ich, dass genau DAS es ist, wonach ich so lange gesucht habe. Wonach ich all die Jahre eine große, tiefe Sehnsucht verspürte. Eine Sehnsucht, die nicht zu stillen war im Außen. Und mit Kaufen. Und Wünschen. Und haben wollen…

Und ich muss schmunzeln. Denn bald ist Weihnachten. Und ich habe zwar meine Wünsche verloren, doch dafür den Moment gewonnen…

Psssst: Mit diesem Beitrag bin ich Teil von Alex‘ wunderbarer Blogparade #darumgrüner. Gesammelt werden dort all die Momente, die unser Leben besonders machen– und schützenswert. Schaut unbedingt einmal vorbei – Inspiration pur…

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4 Kommentare

  1. Drummer, Simone sagt

    Hallo, schöne Worte und gut, wenn man solche Erinnerungen hat. Mein Leben ist weit entfernt, von dem was hier beschrieben wird. Das alles hatte ich, doch das Leben ist Veränderung und die hat mir dieses Gefühl genommen, nicht nur dieses Gefühl, sondern meine Familie. Mein Mann ist tot, er hat sich umgebracht. Meine Tochter dieses Jahr das erste Mal nicht zu Weihnachten zu Hause, weit weg in Schweden. Mein Sohn ein drogenabhäniger Nutzsnutz, vom Staat finanziert. Arthrose macht mir das Leben schwer. Und genau aus all diesen Gründen habe ich das wünschen verloren. Liebe Grüße und schöne Weihnachten.

    • Anja

      Liebe Simone,

      Deine Worte haben mich sehr berührt… und ja, Du hast recht, Leben ist Veränderung. In jedem Moment kann sich alles wandeln. Nichts ist „in Stein gemeiselt“. Umso mehr habe ich für mich zu der Haltung gefunden, den Moment zu leben. Wie in diesem Beitrag… alles eine Momentaufnahme. Wenn auch eine sehr schöne. Und ja, diese genieße ich ganz intensiv, denn auch ich kenne andere Zeiten. Auch ich kenne Momente tiefer Traurigkeit und tiefer Verzweiflung. Doch genau weil Leben Veränderung ist, weiss ich heute, dass nichts für immer so bleibt. Auch nicht das, was einem die Hoffnung zu nehmen scheint… Danke für Deine Offenheit und von Herzen Zuversicht, Hoffnung & alles Liebe.

      Anja

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