Das wahre Glück.
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Was ich will & was ich brauche

Was brauche ich?

Manchmal ist es sehr ruhig hier auf dem Blog. Und auf Facebook. Und auf Instagram… Meist ganz ohne Ankündigung. Und ohne Plan.

Eher passiert es einfach, dass von Zeit zu Zeit Bedürfnisse anklopfen und sich zu mir setzen. Und wir dann reden. Über das Leben. Und wie es sich so anfühlt. Manchmal auch über diese wilde schnelle Zeit da draußen…

Und ganz oft, da geht es auch darum, wie ICH diese wilde schnelle Zeit erlebe, wie ich durch meine Tage gehe. Warum ich mache, was ich mache. Und wie es mir damit geht. Und ob tatsächlich ICH da unterwegs bin oder ob der Autopilot angesprungen ist und ich renne und renne und renne… gesteuert von den alten Geschichten… wie etwa dieser hier:

„Bäh!“ Ich stehe vorm Spiegel und strecke mir ausgiebig die Zunge raus… Der Tag ist gerade wenige Stunden alt und schon doof! Und ich auch! Und das Leben sowieso!

Nichts will wie ich will…

Ich habe heute einen wirklich wichtigen Termin – und fühle mich wie Kunstrasen. Schlapp. Müde. Krank. Und wie ich aussehe!!!! Gott im Himmel!! Dabei ist dieser Termin echt wichtig! Kann dieser Sch… körper also bitte einfach mal seinen Job machen?????

Ganz weit streck ich mir ein zweites Mal die Zunge raus, bevor ich den Spiegelschrank öffne, um nach passenden Medikamenten für mein „Problem“ zu suchen… und noch eine halbe Stunde später in der Küche, während die Kaffeemaschine rattert und mir das lebensrettende Getränk in den schicken „ToGo-Becher“ füllt, koche ich innerlich. Weil hier nichts nach Plan läuft… Weil ich nicht nach Plan laufe…

Wenig später ist mir übel. Doch das zählt jetzt nicht, denn ich sitze schon im Auto Richtung Termin. War auch blöd von mir, Kaffee und Tabletten! Hauptsache das Zeug wirkt bald – mein Schädel brummt nämlich immer noch wie blöde und so ganz klar sehen geht grad auch irgendwie nicht… Merkt aber Gott sei Dank keiner, als ich auf Arbeit lächelnd und scherzend um die Ecke biege.

Ich flipp gleich aus!!!! Die Runde heute ist echt groß. Und alle haben wichtige Dinge zu sagen. Nur ich bin voll damit beschäftigt Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Schwindel und Übelkeit soweit in Schach zu halten, dass keiner was merkt. Verdammt!! Wann hört die Sch… endlich auf?! In gut einer Stunde ist mein Vortrag! Vorsichtig tauche ich ab in Richtung Handtasche… Noch schnell ne Tablette. Nur zur Sicherheit…

 …

Geschafft! Der Vortrag ist durch. Und ich brech gleich zusammen. Erst mal aufs Klo. Wasser ins Gesicht… Mist! Die Tabletten sind alle! Dann eben in der Mittagspause schnell zur Apotheke – essen kann ich jetzt eh nichts…

Boah! Dieser Nachmittag zieht sich… und mein Kopf steht kurz davor zu explodieren… Aber hier, dieses eine Thema – das MUSS heute noch fertig werden! Wann soll ich es denn sonst… Doch die Buchstaben am Rechner verschwimmen. Ich komme kein Stück voran. Und hasse mich dafür…   

ENDE.

Es hat lange gedauert, bis ich endlich den Mut aufbrachte, meinen Bedürfnissen zuzuhören. Und Ihnen dann auch zu folgen… Weil ja, nicht nach den Regeln zu spielen, kann einsam machen. Doch die gute Nachricht ist: Wenn wir es schaffen, uns selbst ein guter Freund zu sein, dann ist es vorbei mit der Einsamkeit. Für immer… 

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6 Kommentare

  1. Sylvi sagt

    Liebe Anja.

    Gerade geht es mir wie dir in dem Artikel.
    Ich renne und renne und renne und finde die Bremse nicht.
    Die alten Gefühle und Erinnerungen an das Burn out kommen wieder und machen mic h traurig,dass es je dazu kommen konnte.
    Ich möchte die Tür hinter dieser Geschichte schliessen und für immer zu lassen,aber doch gibt es Momente,da mach ich sie auf,wenn auch nur einen kleines bischen aber es tut weh.
    Es tut weh,zu wissen,dass man so tief fallen kann und die Angst,dass es wieder passiert ist riesig…..

    Liebe Grüsse Sylvi

    • Anja sagt

      Liebe Sylvi,

      ich glaube, eine solche Krise macht etwas mit einem… Verändert Menschen nachhaltig. Ich jedenfalls bin heute eine andere & schaue ruhig auf die „alten Zeiten“. Weil sie vorbei sind & mich gelehrt haben, anders mit mir umzugehen… Ich wünsche auch Dir von Herzen Vertrauen in Dich und Deine wunderbaren Kräfte…

      Anja

  2. Hallo liebe Anja!
    Toll geschrieben! So gehts wohl jeden mal….mithalten, aushalten, durchhalten, Zähne zusammenbeissen…komme was wolle. Und vor lauter „halten“, vergessen wir aufs innehalten!
    „Sich selber ein guter Freund zu sein“. Das ist ein hohes Ziel 🙂 ! Ich werde mich darin üben….
    Schick dir ganz liebe Grüße, Renate :-*

    • Anja sagt

      Liebe Renate,

      wie schön geschrieben… „Und vor lauter “halten”, vergessen wir aufs innehalten!“ Lass uns einfach immer weiter üben… Zusammen…

      Von Herzen alles Liebe
      Anja

  3. Grit sagt

    Hallo Anja,

    Danke für den Artikel. Was du schreibst, wie du es schreibst hat mich erschreckt. Immer schneller folgen meine Augen deinen Worten und bekommen ein Gefühl, wie stark der Sog sein kann. Gleichzeitig war dein Artikel wie das ausbreiten einer großen Decke, auf der man Platz nehmen kann, um sein eigenes Leben zu betrachten. Ich bin froh und dankbar, dass mir das Einbremsen meist gelingt und doch sind genau solche Artikel wichtig für mich, mich regelmäßig daran zu erinnern.

    Viele Grüße vom Balkon.

    • Anja sagt

      Ach Grit, Du solltest mal einen Gastartikel bei mir schreiben – wie Du Deine Empfindungen in Worte packst 😉 WOW…
      Danke dafür – und bleib mir hier erhalten… Du tust auch mir gut 🙂

      Bis bald…
      Anja

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