Der feine Unterschied.
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Macht Fehler!

Ein Artikel über die (nicht vorhandene) Fehlerkultur in Deutschland … er lässt mich einfach nicht mehr los… es ist eine Lawine, die er in meinem Kopf ausgelöst hat. Unabhängig von dem, was da alles drin stand. Und die rollt und rollt und rollt … Aber der Reihe nach…

Fehler? Das Wort allein ließ mich früher schon zusammenzucken…

Fehler wurden nicht gemacht. Nicht in meiner Welt. Basta! Fehler galten als ein Zeichen von Schwäche – und immer auch als genau die Stelle, an der man mich treffen konnte, an der ich verwundbar war, … Und diesen Schmerz habe ich nicht ausgehalten. Ich, die doch so sehr gefallen wollte…

Ein Teufelskreis.

Denn der Versuch, keine Fehler zu machen, kostete unendlich viel Energie, verlangte extreme Kontrolle und erzeugte massiven Druck. Lebensqualität? 6! Setzen!

Andererseits, was wäre die Alternative gewesen? … das hätte ich noch weniger ausgehalten…

Fehlerkultur? Gab es nur daheim… denn da gab es auch Liebe, Wertschätzung und Mitgefühl… Aber nicht im „richtigen Leben“, also da, wo man jeden Tag hin muss, … Und das beobachte ich nach wie vor. Macht jemand einen Fehler, dann stürzt sich die Meute auf ihn… und schlachtet ihn aus, den Fehler… immer und immer wieder. Und wird nicht müde, mit dem Finger zu zeigen, auf den, der schuld ist… und verantwortlich…

Das Ergebnis: eine Gesellschaft in Schockstarre… Menschen mit unendlich viel Potenzial, guten Ideen und positiver Energie… ausgebremst durch die Angst vor „gesellschaftlicher Verurteilung“… Also lieber Dienst nach Vorschrift statt spinnen für die Zukunft… Nur nicht auffallen, nur nicht aus dem Rahmen fallen… schön in der Komfortzone bleiben, dem gemütlichen Elend…

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Aufstehen, losgehen, Fehler machen, vielleicht hinfallen, sich gegenseitig wieder aufhelfen, weiter gehen …

Probiert es aus! Macht mit! Macht Fehler! Und helft Euch wieder auf… Wir brauchen das so dringend! Diese Neugier, diesen Mut und diese Menschlichkeit. Eine ECHTE Fehlerkultur… Weil wir nur so in Bewegung bleiben und uns trauen, neue Wege zu gehen… Und weil wir nur so eine Gesellschaft schaffen können, in der wir selbst gern leben wollen. Die sich schätzt, bereichert und voranbringt – intellektuell UND menschlich… Das kann doch kein Fehler sein?

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5 Kommentare

  1. Danke für diesen Beitrag :)! Das mit der Angst vor Fehlern kenne ich sehr gut. Ständig das Gefühl, man müsse perfekt sein und alles richtig machen. Dabei sind Fehler wichtig und gut! Denn ohne Fehler lernt man nix. Fehler sind eine Lernstunde. Nächstes Mal macht man es eben besser. Und Fehler machen uns menschlich. würden wir keine Fehler machen wären wir Roboter oder Maschinen.

  2. Anja M. sagt

    Liebe Anja,
    Danke, dass Du aussprichst, was die allermeisten Menschen erleben.
    So entsteht Bewusstsein, zu hinterfragen, was uns wie begegnet.
    Ersetzen wir doch das Wort F…. durch Erfahrung. Ein Kind was laufen lernt und fällt, macht keinen Fehler sondern eine Erfahrung….
    Wir alle sollten wagen, unsere eigenen Wege zu gehen, damit wir Spuren hinterlassen. Angst schränkt ein und begrenzt. Wer immer das macht was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.
    Leben ist Wachstum aus Erfahrungen…

    Danke für die liebevollen Beiträge….

    Liebe Grüße
    Anja aus Zirndorf

    • Ist das SCHÖN, dass Du hier bist! Danke Dir für Deine wahren Worte… gern mehr davon 🙂

      Anja

  3. Schöner Text, Anja.
    Die Leistungsgesellschaft duldet keine Fehler oder sie werden im Fehlermangagement breitgetreten. Die Folge ist, dass jeder tunlichst versucht das zu vermeiden, wo es nur geht.

    Du hast Recht: Wenn ich Angst haben muss, dass ein fehlerbedingter Mangel an mir haften bleibt, bremst das meine Kreativität aus.

    Schluss mit der Schranke im Hirn, Leben wagen!

    • Anja sagt

      Danke Dir Klaus… Du weisst, dass ich Deine Meinung sehr schätze 🙂

      Liebe Grüße
      Anja

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