Das wahre Glück.
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Vorhin hab ich schnell bisl aufgeräumt… also so nebenbei mal die wichtigsten Sachen weggestellt… Also eigentlich war es so: Ich saß noch beim Frühstück, der Sohn war aber schon fertig und turnte halb angezogen auf dem Sofa rum… also hab ich das Frühstück stehen lassen und mich dem Anziehen vom Sohn gewidmet – denn er hustet. Halbnackt ist da keine gute Idee…

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass das durchaus ne clevere Idee war, denn es war später als gedacht… Also husch husch, Kind ins Auto – or, da liegt ja noch der zusammengeklappte Buggy vom Wochenend-Ausflug drin. Mach ich dann… Noch schnell zum Bäcker, ne frische Brezel holen für die Kita-Brotbox (keine Angst, es is auch Obst drin und gesunder Joghurt… für alle Besorgten an dieser Stelle kurz eingeworfen). Also jetzt in die Kita. Ja. Dann gleich noch Einkaufen – Montag früh is immer leer und entspannt. Fein. So, jetzt heim. Beim Einladen der Einkäufe stört wieder dieser verflixte, sperrige Buggy…

Wie auch immer. Heim. Raus aus dem Auto… Da steht auch schon der Kater vor mir und schaut vorwurfsvoll… Oh, Füttern muss ich wohl heute Morgen vergessen haben… Ja geht los Emil…Sorry. Einkäufe abgestellt, Katze gefüttert. Einkäufe ausgeräumt – ah, der Buggy… Raus ins Auto, Buggy in den Keller gewuchtet,… kann ich auch gleich noch die Wäsche mit hochnehmen. Und aufhängen. So. Kaffee. Ich wollte doch den Kaffee von vorhin noch aus…. Bäh. Kalt. Neuer Kaffee… Gibs nich. Bohnen alle. Wasser auch… Jetzt aber. Und nu nur noch schnell die paar Bücher hier auf den Stapel und DANN aber an den Rechner… Die Bücher… Ja genau. Das wollte ich doch eigentlich erzählen… Also, von vorn.

Vorhin hab ich schnell bisl aufgeräumt  – und bei meinem Bücherstapel war plötzlich Schluß. Mein Bücherstapel. Er vereint all die Bücher und Magazine, die aktuell mit „interessant“, „möchte ich lesen“ oder „les ich grad“ markiert sind… Und als ich da so einige Exemplare hin und her sortierte, genau in diesem Moment, da kam die Erinnerung…

Die Erinnerung, dass es einmal eine Zeit gab, in der es mir sehr sehr schlecht ging. Ich war krank im für mich allerschlimmsten Sinne und es gingen so viele Sachen einfach nicht mehr… Unter anderem auch das Lesen. Der Zusammenhang der Worte drang nicht in mein Hirn vor, es war unendlich anstrengend, die Buchstaben überhaupt aneinander zu reihen, sie tanzten wild auf dem Papier herum, verschwammen, mein Kopf brummte… es ging NICHT! Meine geliebte Welt der Bücher war mir versperrt. In Verbindung mit all den anderen Dingen, die an mir und in mir nicht mehr funktionierten, einfach nur furchtbar.

Und ich weiß noch, wie ich weinend einem mir sehr wertvoll gewordenen Menschen davon erzählte… ihm erzählte, wie sehr ich darunter litt, nicht mehr lesen zu können… wo ich doch immer gleich mehrere Bücher parallel gelesen hatte… immer einen Stapel neben dem Bett, dem Sofa,… an den unmöglichsten Stellen. Und da sagte mir die Person: „Du wirst wieder lesen können.“ Ganz ruhig. Ganz klar. „Und wenn es soweit ist, dann bitte versuche doch einmal, ein Buch fertig zu lesen, bevor du ein anderes beginnst.“

Da stehe ich nun vor meinem Bücherstapel. Und weine plötzlich… Ja, ich kann wieder lesen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Und auch dafür, dass ich diese Depression besiegt habe… Und am liebsten würde ich nun alles auf einmal machen, was so lange nicht ging. Und alle Bücher, auf die ich so lange warten musste, auf einmal verschlingen. Aber nein. Eins nach dem anderen. In jeder Hinsicht. Gerade heute, an so einem verrückten Tag, an dem ich mich schon wieder fast selbst überhole. GERADE DANN! Eins nach dem anderen Anja…, du weisst, was sonst passiert…

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