Alle Artikel mit dem Schlagwort: Geschichten

Über Wünsche zu Weihnachten

Wie ich meine Wünsche zu Weihnachten verlor

Es ist der erste Advent 2017. Der Tag, an dem ich meine Wünsche zu Weihnachten verlor. Ich bin gerade aufgewacht. Allein in meinem „Kinderzimmer“. Da, wo ich früher so gerne war und wo ich heute mit Mann und Maus unterkomme, wenn wir hier sind. Bei meinen Eltern. Von weitem höre ich den Kleinen, der gerade nach dem Opa ruft… Dann das Klappern des Ofentürchens im Keller. Dann wie Opa antwortet, die Treppe hochkommt und die Stimmen gemeinsam weggehen und leiser werden. Ich bleibe noch ein wenig so liegen. Genieße dieses warme, wohlige Gefühl, welches sich da gerade in mir breit macht. Zuhause. Ich bin zuhause. In so vielerlei Hinsicht… Irgendwann stehe ich auf. Gehe zu dem großen Fenster, das ich schon damals so sehr liebte. An dem ich saß, wenn ich Liebeskummer hatte. Oder andere Sorgen. Hier, in meinem alten Kinderzimmer… Wie schön es hier ist, denke ich, während mein Blick über die Landschaft gleitet. Schön. Still. Vertraut. Und ich tauche ganz ein. In diesen Moment. Höre nur verschwommen noch den Kleinen, wie er weiter auf …

Landleben

LIA goes Landleben… und du kommst mit!

„Kannst Du mich bitte mal in den Arm kneifen?“… Ich stehe auf einer Wiese. Neben mir mein Mann, der mir mit Schmackes in den Oberarm zwickt. Und beide müssen wir lachen. Und weinen. Und beim Weinen wieder lachen. Denn es ist nicht irgendeine Wiese, auf der wir hier stehen, sondern unser Traum im Erzgebirge, der vor ungefähr sechs Jahren genau als solcher begann… Aber von vorn: Wie gesagt – mehr als sechs Jahre ist es her, da standen mein Mann und ich fast an gleicher Stelle und er erzählte mir von einem Traum, den er in der Nacht zuvor gehabt hatte. Darin gab es ihn und mich auf einem Balkon. Unserem Balkon. Und er erzählte, dass wir beide in seinem Traum da standen und runterschauten. Auf ein Kind, das da spielte… Unser Kind. Was man in diesem Zusammenhang vielleicht wissen muss: Mein Mann lebte zu dieser Zeit in München, ich in Chemnitz. Wir waren beide unabhängig, frei, beruflich engagiert und pendelten jedes Wochenende. Kind? Nicht in Sicht… Und als wir an diesem Tag da so …

Ruhe

Warum Freitag der 13. mich mal kann…

Boah! Da ist man noch nicht einmal richtig wach, schon steht er auf der Matte. Dieser Freitag der 13. … Find ich persönlich ja ein wenig aufdringlich, aber naja. Großkotzig und breit grinsend steht er da und ruft mir zu: „Hey Du Menschlein! Hier bin ich! Nimm Dich in Acht!“ Und ich, überfordert und verschlafen, schau kurz nach links und rechts. Checke die Lage. Und bin verwirrt. …  Denn es is nix…. Der Kater liegt schnurrend im Sessel, der Mann macht in der Küche gerade Kaffee für uns beide und das Kind ist freiwillig im Bad. Zähne putzen. Hä? Was denn nun jetzt? Guter Tag? Schlechter Tag? Kann mir bitte mal jemand helfen? Der Typ da auf der Türschwelle isses ja wohl anscheinend nicht. Oder doch? Naja, ein wenig realitätsfremd erscheint der mir schon… Dieser Freitag der 13. Ich schalt mal das Radio ein… Nicht, dass ich mir so früh am Morgen womöglich noch eigene Gedanken machen muss… Oh toll. Fröhlich dudelt es vor sich hin, dieses Radio, … und ich sitze auf der Eckbank. …

Kreuz und quer statt geradeaus

Kreuz und quer statt geradeaus

Wer mir in den sozialen Medien folgt, hat möglicherweise mitbekommen, dass ich letzte Woche Geschwistertime hatte… Mein Bruder & ich waren gemeinsam auf einem Konzert (hach, toll war‘s… aber ich schweife ab). Auf jeden Fall – es ging ewig nicht so richtig los… Also nutzten wir die Zeit sinnvoll und waren albern. Sehr albern. Und machten Fotos. Von unseren Füßen zum Beispiel. Und als ich mir ein paar Tage später eben diese Fotos anschaute (weil ich eigentlich etwas anderes suchte und nicht finden konnte;-)) – da war sie plötzlich, die Idee zu einem Beitrag. Zu diesem Beitrag. Unsere Füße. Auf dem einen Bild. Kreuz und quer… Und was hatten wir für einen Spaß, weil wir immerzu kurz vorm Umkippen waren… … Kreuz und quer statt geradeaus… eine wirklich gute Beschreibung dafür, wie sich alles aktuell so anfühlt… Und soll ich Dir etwas verraten? Es ist wunderbar! „Häää? Wie jetzt?“ wirst Du vielleicht denken… Ja, Du hast richtig gehört – es ist wunderbar!!! Unvorhersehbar wunderbar! … Denn genau darum geht es doch heute sooft in unserem …

liebe ist bedingungslos

Was muss ich tun, um geliebt zu werden?

Zu Besuch bei meinen Eltern. Mittagszeit. Wir alle haben gut gegessen. Nun grinsen wir uns gegenseitig kurz an und dann verzieht sich jeder irgendwohin. Denn nach einem guten Mittagessen ist daheim am Wochenende RUHEZEIT… Jeder wie er will. Hauptsache ne Pause… Ich für meinen Teil schau mir mein Kind an, das den ganzen Vormittag draußen getobt hat und befinde, dass es eine gute Idee ist, mich mit ihm ins Bett zu kuscheln. Keine fünf Minuten später schläft der Räuber, obwohl er mir natürlich vorher noch mehrmals versichert hat, dass er KEIN BISSCHEN müde ist… Da liegt er nun, der süsse Kerl… Ich beobachte ihn noch eine Weile und schlafe wohl irgendwann darüber ein… … Ich werde wieder wach, als der Sohn über mich drüber aus dem Bett krabbelt. Er will zu Oma… Dann höre ich als nächstes die Türklingel. Dann Lachen. Dann meinen Bruder und seine Freundin. „Ach wie schön.“, denke ich und beschließe aufzustehen. Treppe runter, voll und ganz damit beschäftigt, die Augen nach dem Schläfchen irgendwie aufzubekommen,… steht da breit grinsend mein Bruder… …

Hawaiiliebe

Depression: So war es…

„Anja, wie war das eigentlich bei Dir?“ Ganz oft wird mir diese Frage bezüglich der Depression gestellt…   Und heute möchte ich darauf antworten – mit einer Schilderung… und ganz bewusst HIER. Auf dem Blog. Weil es mich so sehr schmerzt, wenn ich höre, dass Betroffene sich noch immer schämen… Weil ich hoffe, dass durch meine Geschichte Verbundenheit entstehen kann, vielleicht auch Hoffnung, … Und weil ich möchte, dass dieses gesellschaftliche Tabu (ja, es ist noch immer so…) MEIN Gesicht bekommt.  … Ich weiss noch, wie „der Blitz einschlug“ in mir (ja, so fühlte sich der Zusammenbruch an…) Wie immer geisterte ich durch die Nacht, konnte nicht schlafen. Gepeinigt von wirren wilden Gedankenschleifen drehte sich mein ganzes Sein im Kreis. Schneller und schneller und schneller. Ich weiss noch, da war irgendwann diese Übelkeit, dann Panik, … und irgendwann lag ich weinend auf dem Boden. Konnte mich nicht mehr bewegen… Hausarzt, Psychiater, Diagnose… Wie durch einen Nebel nahm ich wahr, was da eigentlich los war. Ich hörte Worte von Menschen, sah besorgte Gesichter, … aber es …

Anja Neuberg

Voll verparkt!

Letzte Woche. Ich bin mit dem Auto unterwegs. Innen habe ich einen Zettel kleben mit den Stationen, wo ich überall hin muss und was ich da zu besorgen/abzugeben/zu tun habe. Brauch ich, sonst vergess ich die Hälfte… Station 345 (gefühlt) ist die Sparkasse. Kontoauszüge und Gedöns… Parkplatz frei? Ja, Parkplatz frei… Ich freue mich und rangiere da rein und als ich aussteigen will, stelle ich fest, dass ich die Tür nicht aufkriege. Ja, ich stehe perfekt in der vorgezeichneten Lücke, doch das Auto neben mir eben nicht – und anstatt so einzuparken, dass ich auch aussteigen kann, parke ich vorschriftsmäßig. Superperfekt zwischen den zwei weißen Balken. Da, wo das Auto rein soll. UND KANN NICHT AUSSTEIGEN… Und plötzlich fang ich echt laut an zu lachen, weil ich mir erstens vorstelle: „Wenn das jetzt jemand beobachtet?!“…  und ich lache, weil ich mich gerade selbst beobachte und mir denke, dass das so typisch für mich war – und manchmal halt immernoch ist… Egal, wie es mir geht,… Hauptsache vorschriftsmäßig gehandelt. Hauptsache so, wie es soll, wie es …

Wut

Lass dir deine Wut nicht gefallen

Neulich hatte ich einen Termin. Bei einer Behörde. Dies zu erwähnen macht Sinn – ich werde noch darauf zurückkommen. Ich stellte mir also am Abend vorher einen Wecker (nur für alle Fälle, eigentlich ist der Sohn ja eh schon immer sehr früh… ach lassen wir das). Ich legte meine Unterlagen zurecht, ebenso etwas „anständiges“ an Garderobe. Und dann kam der Tag. Mit dem Termin. In der Behörde. Ich war frisch geduscht, hatte alle geforderten Unterlagen dabei und lief pünktlich dort ein… und musste ins Wartezimmer. Dort saßen gefühlte 158 Menschen. Ich versuchte es mit einem Lächeln in die Runde. Nix. Keine Reaktion. Also setzte ich mich brav dazu. Mit meiner Nummer in der Hand. Und wartete. Irgendwann passierte es dann. Ein Mann, der recht eng an mir dran saß, begann mit seinem rechten Bein zu wippen. Vielleicht aus Ungeduld. Vielleicht auch aus Langeweile. Ich weiß es nicht. Was ich allerdings weiß, ist, dass mir DIESES Wippen nicht egal war… Ja, bereits bei der Vorstellung, auf eine Behörde zu müssen, hatte ich mich recht ordentlich verspannt. …

voll

Aus dem Leben eines Menschen im neuen Jahr

Das neue Jahr ist da. Aufbruchstimmung, Andersmachstimmung. Lustaufwasneues im neuen Jahr. Irgendwas liegt irgendwie in der Luft… Ich bin spazieren. Im Wald. Ach, diese Luft… Warum mach ich das nicht öfters? … Werde ich gleich mal mit auf die Liste nehmen: Mehr frische Luft 2017! Im Wald.  … Ist schon toll, wenn sich im Außen was tut. Da kann man sich gleich mal mit dranhängen… Neues Jahr, neues Glück. Vielleicht. Endlich. Diesmal wird es gelingen. Hab ja alle Möglichkeiten… mit so einem frischen neuen Jahr. … Erster Arbeitstag. Ich bin spät dran und stehe im Stau – und bleibe gelassen… Ha! Fühlt sich das guuut an… Bis gegen 11 am Vormittag läuft es. Ich bin entspannt. Mir kann keiner was. E-Mail-Postfach wird nur noch 2 Mal am Tag geöffnet. Was bin ich produktiv!! … Gegen 11:30 Uhr dann der erste „Rückfall“… Ein Kollege steht an meinem Schreibtisch. Ob ich denn nix von dem Termin mitbekommen habe. Ungeplant. In der nächsten Stunde. Kam doch ne Mail vorhin dazu… Ach so, naja… Mich gescheit vorbereiten? Zeitlich kaum …

Vom Innen und Außen

Von Montagen, Nebel, Herbst und vom Innen und Außen

Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, war es neblig… So richtig neblig. Dick und undurchlässig hing das Zeug im Außen. In den Bäumen um uns herum… Wir wohnen direkt am Wald und so gibt mir der Blick aus dem Fenster gleich am Morgen oft einen ersten Kick für den Tag. Natur. Ruhe. Das Spiel der Jahreszeiten – aktuell farbenfrohes Durcheinander. Herrlich. Als ich aber HEUTE Morgen so aus dem Küchenfenster schaute, da formten sich diese Gedanken: „Iiiiiiiihhh, Nebel. Na toll! Montag. Kalt. Nebel. Heute hier noch KEIN Feiertag… blablablablablabla…“ Ich musste lächeln. Mal wieder über meinen Wildwuchs im Kopf. Und blieb am Fenster stehen. Und erlaubte mir, den Anblick zu genießen… Denn eigentlich war da ein ganz wohliges Gefühl in mir. Hüllte mich dieser Nebel in eine ganz zauberhafte morgendliche Wohlfühlstimmung… Und ich musste an Feenstaub denken. Und das war irgendwie schön. Und so blieb ich also stehen und entdeckte nach und nach schöne kleine Details in diesem Morgendlichenherbstnebelwunderanblick. Schaute zum Beispiel dabei zu, wie ein besonders schönes, farbiges Herbstblatt sich vom Baum …