Alle Artikel mit dem Schlagwort: Depression

Hawaiiliebe

Depression: So war es…

„Anja, wie war das eigentlich bei Dir?“ Ganz oft wird mir diese Frage bezüglich der Depression gestellt…   Und heute möchte ich darauf antworten – mit einer Schilderung… und ganz bewusst HIER. Auf dem Blog. Weil es mich so sehr schmerzt, wenn ich höre, dass Betroffene sich noch immer schämen… Weil ich hoffe, dass durch meine Geschichte Verbundenheit entstehen kann, vielleicht auch Hoffnung, … Und weil ich möchte, dass dieses gesellschaftliche Tabu (ja, es ist noch immer so…) MEIN Gesicht bekommt.  … Ich weiss noch, wie „der Blitz einschlug“ in mir (ja, so fühlte sich der Zusammenbruch an…) Wie immer geisterte ich durch die Nacht, konnte nicht schlafen. Gepeinigt von wirren wilden Gedankenschleifen drehte sich mein ganzes Sein im Kreis. Schneller und schneller und schneller. Ich weiss noch, da war irgendwann diese Übelkeit, dann Panik, … und irgendwann lag ich weinend auf dem Boden. Konnte mich nicht mehr bewegen… Hausarzt, Psychiater, Diagnose… Wie durch einen Nebel nahm ich wahr, was da eigentlich los war. Ich hörte Worte von Menschen, sah besorgte Gesichter, … aber es …

Depression Erfahrung

Zeit für ein Wunder – Gedankenschnipsel Winter 2015

Ich schaue ganz genau hin. Nichts… Es ist an irgendeinem Tag im Januar 2015. Morgens ist es am schlimmsten. Während die Welt in ihr Leben aufbricht, schleppe ich mich mit aller Macht bis ins Badezimmer. Stehe vorm Spiegel. Schaue ganz genau hin. Und sehe nichts. Wieder und wieder und wieder nichts. ICH SEHE MICH NICHT! Versteht das denn keiner? Da ist kein Bild, kein Mensch in diesem Sch… spiegel, nicht einmal eine Ahnung davon, was die anderen sehen, wenn sie mich ansehen… Jegliches Gefühl für mich, für meinen Körper, für meine Gefühle, mein Befinden… Weg. Wie ausgeknipst. Und das geht jetzt schon so seit Wochen… Die Medikamente? Müssten eigentlich wirken… Und der Therapeut? Tut mit gut, aber helfen? Mit helfen, dass ich endlich wieder gesund werde? … Erst später werde ich verstehen, welch unglaublich großes Glück ich mit ihm habe … … Und so nimmt auch dieser Tag seinen Lauf… Grübeln am Vormittag, weitere endlose Grübelschleifen am Nachmittag. Zwischendurch Wut, Scham, Neid, Müdigkeit… Was hilft? Die Routine, die mein Mann mir gebaut hat… Sanft schiebt er …

Lieblingsmonat Dezember

Dezember – Ich danke dir schon jetzt, du Lieblingsmonat…

Dezember – wenn ich ehrlich bin, mein liebster Monat… Dieses Irgendwas zwischen festlichem Weihnachtsgefühl, dem Wust an unterschiedlichsten Erwartungen, *HabichauchanallesgedachtNeMistichdrehdurchbaldis- Weihnachten*, Feiern, Feiern, Feiern und dem (manchmal auch etwas wehmütigen) Blick zurück auf`s Jahr… Es ergibt einen ganz eigenwilligen Stimmungsmix… Ganz viel Emotion auf einem Haufen ist da. Im Dezember. Herrlich. Ich hab dann oft das Gefühl, ich laufe über… Und für die schreibende Seele in mir ist es INSPIRATION PUR! Ich geh zum Beispiel über einen Weihnachtsmarkt und die Geschichten & Ideen stapeln sich regelrecht in meinem Kopf… … In diesem Jahr fühlt sich der Start in den Lieblingsmonat jedoch ganz besonders zauberhaft an und ist verbunden mit einem „Suche nicht Anja, alles schon da.“ Auch Antworten. Und zwar die, nach denen ich gefühlt wirklich schon lange gesucht habe…  Ein Beispiel: Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass ich aus dem Leben fiel. Und so oft werde ich gefragt, wie ich denn da raus gekommen bin, aus dieser Depression… Wie ich das gemacht habe und wie es mir nun geht. Sieht doch …

Depression

Diagnose „Schwere Depression“ – Gedankenschnipsel Herbst 2014

Schwere Depression. Sagt der einfach so. Ich falle in mich zusammen. Schaue hoch. Den Arzt an. Er schaut zurück. Fest. Sicher. Souverän. Und ich löse mich auf. Habe das Gefühl, da ist nur noch Staub auf dem Stuhl… Kann das bitte mal jemand weg machen? Plötzlich eine Berührung an meinem Arm. Mein Mann. Ja, Medikamente. Jaja, macht nur. Nehm ich. Therapie? Ja, alles, was ihr wollt. Mir egal. Wenn ihr meint, ihr könnt noch was mit dem Staub hier auf dem Stuhl anfangen… … Ich will meine Ruhe. Hier isses so laut. Und so hell. Mein Kopf tut weh. Mein Ich tut mir weh. … Ich bin müde. Ich will nach Hause…ins Bett. Und macht die Tür zu. Es ist so laut. Ich ertrage das nicht… … Hunger? Hab keinen Hunger. Hab keinen Durst. NICHTS hab ich. Will das vielleicht jemand? Ich würde mein Leben dafür geben… … Und jetzt lasst mich in Ruhe. Lasst mich in Ruhe. Da liegen. Grübeln. Weinen. Panik haben. Verzweifeln. Zweifeln… Und nein, ich habe keine Kraft euch zuzuhören. Ich …

Depression

Gedankenschnipsel – Sommer 2014

Ich denke, ich könnte mich mal gesünder ernähren. Nach zwei Wochen Suppe, Salat & Smoothies bin ich 4 kg leichter und unterirdisch schlecht gelaunt. Ich denke, ich hab bestimmt was Falsches gesagt/getan, weil da dieser eine Mensch ist, der einfach kein gutes Haar an mir lässt. Und ziehe mich zurück. Ich denke, meine Wäsche sollte mehr duften. Und kaufe Weichspüler, von dem ich Hautausschlag bekomme. Ich denke, ich sollte glücklich sein. Ich denke, mein Kind sollte besser hören. Als ich versuche lauter zu sein als er, komme ich mir albern vor. Ich denke über mehr Bewegung nach. Während einer wichtigen Besprechung. Ich denke, meine Wohnung sollte irgendwie stylischer aussehen und kaufe einen Sessel, der total unbequem ist. Ich denke an dieses eine Wort. Dieses eine fiese kleine Wort, welches nicht in meinen Text passt. Und verwerfe ihn. … Ich denke an morgen und Angst steigt in mir auf. Ich denke an gestern und bin müde. Ich denke ans Schlafen. Und traue mich nicht ins Bett. … Und bleibe in der Stille der Nacht einfach sitzen… …

Mamatasse

Das Versprechen

Seit zwei Wochen kein Blogbeitrag… Die Ideen stapeln sich in meinem Kopf, aber das war`s dann auch schon. Ich bin unterwegs. Verbringe Zeit mit wunderbaren Menschen, die ich viel zu lange nicht gesehen habe. Genieße meine Familie. Lache und weine mit Freunden. Lebe. … Doch da ist so ein Grummeln in der Magengegend. Und auch irgendwie so ein Gefühl von Hilflosigkeit. Ich bin unzufrieden. Gibt’s das? Ich kann es nicht fassen! Anstatt die schönen Augenblicke der letzten Tage zu genießen, dankbar zu sein, dass das Leben gerade so viele schöne Dinge für mich bereithält, wabbert durch meinen Kopf „Nicht genug. Es ist nicht genug!“ An Tag eins, zwei, drei, vier und auch noch am fünften Tag sitzt ganz oft dieser kleine fiese Kerl auf meiner Schulter und versaut mir den Moment. Und eine imaginäre To-do-Liste schickt permanent ungefragt Erinnerungen in meinen Kopf. Plopp. Plopp. Plopp. Und der Widerstand gegen mich selbst wächst. Und an Tag sechs schließlich spüre ich, wie eine unbändige Wut in mir anrollt. Scheinbar unaufhaltsam. Scheinbar auf mich. Bäh! Das bin ich …

leben lernen

Leben lernen

Ich stricke. Und ich stricke sogar Sachen FERTIG! Doch der Knaller ist: Es fühlt sich gut an. Noch vor einem Jahr undenkbar… Vor einem Jahr… da saß ich nicht ganz freiwillig bei einem Arzt und der fragte mich, was meine Hobbys seien. Ts, Hobbys, für sowas hab ich keine Zeit. Ich bin beschäftigt. Und ich bin berufstätige Mutter. Herr Doktor, ich bin froh, wenn ich ein paar Stunden zum Schlafen komme. Hobbys. Witzig. Leben – das bedeutete für mich zu dieser Zeit, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Allen zu gefallen, zu zeigen, was ich alles schaffen kann. Nicht zu jammern, nicht zu motzen – muss halt gemacht werden. Ist eben so. Schaff ich schon. Seid ihr glücklich, bin ich das auch. Und immer schön lächeln. Und dann machte es PENG! Aber ordentlich … und dann stand ich vor der größten Herausforderung überhaupt: Begreifen. Verstehen. Lernen. Für mich, nicht für andere. Tag für Tag, Woche für Woche. Endlich verstehen, dass Funktionieren nichts mit Leben zu tun hat. Diese Einsicht zu gewinnen, dass nicht das Gestern und nicht …