Alle Artikel in: Der feine Unterschied.

Wut

Lass dir deine Wut nicht gefallen

Neulich hatte ich einen Termin. Bei einer Behörde. Dies zu erwähnen macht Sinn – ich werde noch darauf zurückkommen. Ich stellte mir also am Abend vorher einen Wecker (nur für alle Fälle, eigentlich ist der Sohn ja eh schon immer sehr früh… ach lassen wir das). Ich legte meine Unterlagen zurecht, ebenso etwas „anständiges“ an Garderobe. Und dann kam der Tag. Mit dem Termin. In der Behörde. Ich war frisch geduscht, hatte alle geforderten Unterlagen dabei und lief pünktlich dort ein… und musste ins Wartezimmer. Dort saßen gefühlte 158 Menschen. Ich versuchte es mit einem Lächeln in die Runde. Nix. Keine Reaktion. Also setzte ich mich brav dazu. Mit meiner Nummer in der Hand. Und wartete. Irgendwann passierte es dann. Ein Mann, der recht eng an mir dran saß, begann mit seinem rechten Bein zu wippen. Vielleicht aus Ungeduld. Vielleicht auch aus Langeweile. Ich weiß es nicht. Was ich allerdings weiß, ist, dass mir DIESES Wippen nicht egal war… Ja, bereits bei der Vorstellung, auf eine Behörde zu müssen, hatte ich mich recht ordentlich verspannt. …

voll

Aus dem Leben eines Menschen im neuen Jahr

Das neue Jahr ist da. Aufbruchstimmung, Andersmachstimmung. Lustaufwasneues im neuen Jahr. Irgendwas liegt irgendwie in der Luft… Ich bin spazieren. Im Wald. Ach, diese Luft… Warum mach ich das nicht öfters? … Werde ich gleich mal mit auf die Liste nehmen: Mehr frische Luft 2017! Im Wald.  … Ist schon toll, wenn sich im Außen was tut. Da kann man sich gleich mal mit dranhängen… Neues Jahr, neues Glück. Vielleicht. Endlich. Diesmal wird es gelingen. Hab ja alle Möglichkeiten… mit so einem frischen neuen Jahr. … Erster Arbeitstag. Ich bin spät dran und stehe im Stau – und bleibe gelassen… Ha! Fühlt sich das guuut an… Bis gegen 11 am Vormittag läuft es. Ich bin entspannt. Mir kann keiner was. E-Mail-Postfach wird nur noch 2 Mal am Tag geöffnet. Was bin ich produktiv!! … Gegen 11:30 Uhr dann der erste „Rückfall“… Ein Kollege steht an meinem Schreibtisch. Ob ich denn nix von dem Termin mitbekommen habe. Ungeplant. In der nächsten Stunde. Kam doch ne Mail vorhin dazu… Ach so, naja… Mich gescheit vorbereiten? Zeitlich kaum …

Lieblingsmonat Dezember

Dezember – Ich danke dir schon jetzt, du Lieblingsmonat…

Dezember – wenn ich ehrlich bin, mein liebster Monat… Dieses Irgendwas zwischen festlichem Weihnachtsgefühl, dem Wust an unterschiedlichsten Erwartungen, *HabichauchanallesgedachtNeMistichdrehdurchbaldis- Weihnachten*, Feiern, Feiern, Feiern und dem (manchmal auch etwas wehmütigen) Blick zurück auf`s Jahr… Es ergibt einen ganz eigenwilligen Stimmungsmix… Ganz viel Emotion auf einem Haufen ist da. Im Dezember. Herrlich. Ich hab dann oft das Gefühl, ich laufe über… Und für die schreibende Seele in mir ist es INSPIRATION PUR! Ich geh zum Beispiel über einen Weihnachtsmarkt und die Geschichten & Ideen stapeln sich regelrecht in meinem Kopf… … In diesem Jahr fühlt sich der Start in den Lieblingsmonat jedoch ganz besonders zauberhaft an und ist verbunden mit einem „Suche nicht Anja, alles schon da.“ Auch Antworten. Und zwar die, nach denen ich gefühlt wirklich schon lange gesucht habe…  Ein Beispiel: Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass ich aus dem Leben fiel. Und so oft werde ich gefragt, wie ich denn da raus gekommen bin, aus dieser Depression… Wie ich das gemacht habe und wie es mir nun geht. Sieht doch …

richtig leben

Vom richtigen Leben

Nur, damit du Bescheid weißt: Es ist jetzt morgens acht Uhr. Ich sitze in Jogginghose und mit meinen dicken Kuschelsocken daheim am Rechner und verfasse diesen Beitrag. Wach bin ich schon seit fünf, da der Sohn aktuell einfach fit ist um diese Zeit… *Händeüberdemkopfzusammenschlag* Ich bin 37 Jahre alt. Habe BWL und Germanistik studiert (und abgeschlossen *grins*). Und ich habe die meiste Zeit während des Studiums in der wohl schönsten Groß-WG auf der ganzen weiten Welt gelebt… Inspiration & Austausch & Freundschaft & Wohlfühlen pur! Das Leben war mein Freund in dieser Zeit… Ich habe es in all seiner Vielfalt spüren dürfen. Liebeskummer, Prüfungsstress, Geldknappheit, Zweifel, Sorgen, Selbstfindung… alles war dabei… Ich habe GELEBT! Und mir viele Dinge gedacht für mich. Für die Zukunft. Und hauptsächlich ging es darum, es irgendwie anders zu machen als die da draußen… Das „richtige“ Leben – damit konnte ich damals wenig anfangen. Das war mir ziemlich wurscht. Ich wollte MEIN Leben ganz allein erfinden. Gestalten. Ich war neugierig, randvoll mit Ideen, Lebenshunger, … Dann war das Studium irgendwann vorbei …

Blog-Geburtstag

Gedanken zum Blog-Geburtstag

Gestern hatte mein Blog Geburtstag. Er ist 1 Jahr alt geworden. Und ich hätte es fast vergessen. Und weil ich es fast vergessen hätte, hab ich darüber nachgedacht, wie man denn sowas vergessen kann… um dann für mich selbst zu resümieren: Weil es nicht (so) wichtig ist. Und ja – dass ICH so etwas feststelle, hat mich echt überrascht. Denn früher hätte ich da schon Tamtam gemacht und so… Da hätte das Ego schon sein Recht eingefordert und ne ordentliche Excel-Liste aufgemacht mit Dingen, die an solch einem Tag der Menschheit zugetragen werden sollten 😉 … Unbestritten. Es war ein HAMMERJAHR, in dem ich so ganz nebenbei mal mein komplettes Leben umgekrempelt habe… Und dann vergesse ich ihn fast. Diesen Tag, an dem eine Reise Richtung unbekannt begann… Diesen Tag, der auch irgendwie zu meinem (zweiten) Geburtstag wurde… Ich muss schmunzeln, denn plötzlich merke ich, wie in genau dieser Erkenntnis die Antwort auf eine Frage steckt, die mir nun schon eine Weile immer mal wieder durch den Kopf geht… Warum gehen wir so selten unseren …

Zeit & Stress

Wie ich einmal über Stress schreiben wollte

Oh, heute ist Stress dran… Schönes Thema. Das flutscht. Das wird gut… Es ist gegen halb neun, als ich mich mit einem Hochgefühl und großer Schreiblust an meinen Rechner setze… Hach, was für ein Tag… Die Sonne lacht, soeben habe ich ein gut gelauntes Kind mit einem dicken Knutscher in die Kita verabschiedet, der Mann hat mir vorhin einfach so gesagt, dass er mich liebt,… Und ich – ich kann ihn ganz deutlich spüren, diesen Flow, der ungeduldig mit dem linken Fuß tippt und darauf wartet, dass er JETZT mal endlich darf… Nu denn. Geht los. … Tür auf. Der Mann (Anmerkung: Er arbeitet ab und an von daheim). Irgendwas wegen Wäsche… Hääääää? Jetzt nicht. Ich bin grad kurz vorm Flow… Tür zu. Wo war ich gleich? Ach ja, Stress. Nun gut. Vielleicht sollte ich mit einem knackigen Beispiel zum Thema einsteigen,… Obwohl, nö. Brauch ich nicht, Stress kennt doch jeder… Das Telefon klingelt. „AAAANJA! DAS TELEFON KLINGELT!“… schreit mein Kopf. Ich so: Jetzt nicht. Der Flow. Der Artikel. Konzentrier Dich lieber mal da drauf, verehrter …

Sing dein eigenes Lied

Sing dein eigenes Lied!

Ich stand in der Küche. Die Tür zum Wohnzimmer war nur angelehnt, der Sohn dort mit Legosteinen beschäftigt. Und während er so baute, sang er ein Lied. Das macht er gern und ziemlich oft… und ich liebe es… An diesem Tag jedoch fiel mir auf, dass er ungewöhnlich lange trällerte… und dabei auf bekannte Melodien ganz eigene Texte sang. Ich horchte genauer hin. Da tauchten Dinge auf, die er erlebt hatte, Geschichtsfetzen aus seinen Büchern, aus Hörspielen – eben alles, was da so in seinem Köpfchen umherschwirrte. Und es war so zuckersüß anzuhören… Und ich musste an meine Liedergeschichten denken… die hier gerade neu „interpretiert“ wurden… Szenenwechsel. August 2016. Ich habe gerade Königsberger Klopse gegessen. Wie bitteschön soll ich jetzt diese Strecke fahren? Noch dazu mit den beiden Jungs – meinem Mann und meinem Bruder… beide ausgesprochen fit… Wir sind im Harz und machen Familienurlaub. Und ich hab mich tatsächlich darauf eingelassen, gemeinsam mit Mann und Bruder diese Fahrradtour zu machen. Jetzt, nach den Königsberger Klopsen, liegen zwar „nur noch“ knapp 10 Kilometer vor uns, …

Depression

Diagnose „Schwere Depression“ – Gedankenschnipsel Herbst 2014

Schwere Depression. Sagt der einfach so. Ich falle in mich zusammen. Schaue hoch. Den Arzt an. Er schaut zurück. Fest. Sicher. Souverän. Und ich löse mich auf. Habe das Gefühl, da ist nur noch Staub auf dem Stuhl… Kann das bitte mal jemand weg machen? Plötzlich eine Berührung an meinem Arm. Mein Mann. Ja, Medikamente. Jaja, macht nur. Nehm ich. Therapie? Ja, alles, was ihr wollt. Mir egal. Wenn ihr meint, ihr könnt noch was mit dem Staub hier auf dem Stuhl anfangen… … Ich will meine Ruhe. Hier isses so laut. Und so hell. Mein Kopf tut weh. Mein Ich tut mir weh. … Ich bin müde. Ich will nach Hause…ins Bett. Und macht die Tür zu. Es ist so laut. Ich ertrage das nicht… … Hunger? Hab keinen Hunger. Hab keinen Durst. NICHTS hab ich. Will das vielleicht jemand? Ich würde mein Leben dafür geben… … Und jetzt lasst mich in Ruhe. Lasst mich in Ruhe. Da liegen. Grübeln. Weinen. Panik haben. Verzweifeln. Zweifeln… Und nein, ich habe keine Kraft euch zuzuhören. Ich …

Aus Überzeugung*

Man nehme eine Portion Verrücktheit, zwei Tassen Bauchgefühl, 10 Liter Mut und eine Handvoll Menschen, die an einen glauben… und heraus kommt: eine schreibende Achtsamkeitstrainerin … Ach ja, und Überzeugung noch. Überzeugung muss noch mit rein… Hab ich ganz vergessen… Vielleicht, weil ich es in meinem früheren Leben so schön ausblenden konnte. Ganz oft. Dinge getan habe, von denen ich eben nicht immer überzeugt war. Dinge gekauft habe, von denen ich ganz und gar nicht überzeugt war… Weil es andere es auch gemacht haben? Weil es sich bewährt hatte, erwartet und vorgelebt wurde? Wohl eher deshalb, weil ich selbst so weit weg von mir war, dass ich gar nicht wusste, wovon ich denn eigentlich überzeugt bin… Am vergangenen Samstag jedoch durfte ich spüren, wie es ist, wenn man etwas aus tiefster Überzeugung tut. Wenn man sich fallenlässt und ankommt. Wenn das eigene Leben stattfindet… und es sich so richtig anfühlt, dass man glaubt überzulaufen vor Glück. Es war Seminartag. Und ich als Achtsamkeitstrainerin inmitten einer Gruppe von Menschen, deren positive Energie mich schier umgehauen hat. …

Kurs gegen Stress

Ich lieb Dich so groß wie der Flughafen in München

Ich gebe es zu – in den letzten beiden Wochen war ich nicht wirklich gut drauf – ‚ich lieb dich‘ war sehr schwierig zu fühlen… Ich kenne das von früher. Rastlos, gereizt, vollgestopft mit Selbstzweifeln, von Perfektionismus getrieben… So stapfte ich durch den Tag und ärgerte mich auch noch darüber. Hatte gefühlt keine Zeit für die Dinge, die mir wichtig sind… und auch darüber ärgerte ich mich. Wie das kam? Ich hatte zu sehr nachgegeben. Den alten Mustern. Den alten Dämonen. Hatte mir meine Tage viel zu voll gestopft anstatt Raum zu lassen… Raum für mich, um Innezuhalten, zu meditieren, in den Wald zu gehen, mich wirklich und ehrlich auf mein Kind einzulassen… Ein wenig kam es mir vor, als hätte mich die Vergangenheit eingeholt… oder vielmehr, als hätte ich mich von meiner Vergangenheit einholen lassen. Ein Rückfall? Konnte es das geben? Mit all dem Wissen, was ich mittlerweile hatte? Achtsamkeit und ‚ich lieb dich‘ Dann, gestern, der rettende „Zufall“. Ein Termin, der nicht klappte. Zeit… unverhoffte Zeit… Ich holte mein Meditationskissen raus und nahm Platz. …