Das wahre Glück.
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DU & ICH

Du & Ich Liebe zum Kind

Ganz allmählich wirst Du wach neben mir… und ich muss schmunzeln, denn eingeschlafen bist Du gestern in Deinem Bett. „Na, was machst Du denn hier?“ flüstere ich leise. Als Antwort bekomme ich patsch! einen Arm um den Hals geschmissen und zwei kleine kalte Füße in den Bauch gedrückt.

Große Liebe.

… ganz still liege ich da, möchte diesen Moment am liebsten in ein großes Einweckglas packen. Irgendwie. Und ein wenig später, wir liegen immernoch verkuschelt beisammen, höre ich Dir zu, als Du anfängst zu erzählen… von Deinem Traum letzte Nacht, Deinem Wackelzahn und wie ich den denn finde, von der Turnstunde gestern und dem Ballspiel mit dem Fangen und und und… Wachquatschen nenne ich gern, was Du da jeden Morgen mit mir machst. Und gleichzeitig ist es der schönste Start in den Tag, den ich mir vorstellen kann.

Plötzlich springst Du auf, rennst los. Nur um gleich darauf mit der neuen Brotbox unterm Arm wieder vor meinem Bett zu stehen und weiter zu quatschen. Ohne Punkt und Komma. Ich ergebe mich verliebt und stehe auf. Und noch während ich mich kaum einmal gedreht habe, hast Du schon geschätzte 200 Puzzleteile auf den Boden geschüttet, die Du JETZT SOFORT mit mir verpuzzeln magst…

Etwas ratlos und überfordert mit der Situation verweise ich erst einmal auf Kaffee für mich, ohne den das mit dem Puzzeln ganz bestimmt nichts wird – und Du? Kletterst auf Deinen kleinen Hocker in der Küche, machst den Schrank auf und holst (zugegebenermaßen etwas waghalsig) eine Tasse heraus, um mir einen Kaffee rauszulassen.

Große Liebe.

Ich sehe Dir eine kleine Weile zu und packe dann schon mal die Brötchen in den Ofen… fürs Frühstück. Irgendwann. Denn jetzt, mit Kaffee in der Hand, gibt es keine Ausrede mehr. Und so sitzen wir morgens halb sieben ganz versunken zusammen auf dem Boden und sortieren Puzzleteile,… Oh, die Brötchen! Ich renne los und hole zwei ziemlich dunkle Teile aus dem Ofen. Halte sie Dir hin. Und Du winkst lässig ab und sagst: „Ach Mama, mach Dir nicht so viele Sorgen.“

Große Liebe.

Ich setze mich wieder auf den Boden und wir reden beim Puzzeln darüber, was wir nun jetzt in die neue Brotbox packen… und ich frage Dich, ob Du mir vielleicht dabei helfen magst… Wenig später stehen wir dann zusammen in der Küche. Sehen uns noch einmal die dunklen Brötchen an, die eigentlich gar nicht so dunkel sind und Du suchst Dir noch eine Kiwi aus. „Ich schälen, Du schneiden?“ höre ich mich fragen… Und dann noch Honig auf das Brötchen. Box zu.

…Zähneputzen, Waschen, Anziehen, los… und dazwischen räumst Du noch einmal den kompletten Schrank leer, weil Du DAS EINE T-Shirt nicht findest und motzt, weil es regnet und Du nicht mit dem Fahrrad in die Kita kannst und rollst mit den Augen, weil ich Dich bitte, noch eben die Katze zu füttern…

Na klar, auch bei uns gibt es diese Momente, die mich an meine Grenzen bringen. Doch das sind MEINE Grenzen. Und ganz oft vielmehr meine Erwartungen. Meine Ansprüche, wie die Dinge zu sein haben… Denn eines weiß ich ganz sicher: Du bist nicht böse, schlecht oder falsch. Und Du tust Dinge nicht, um mir bewusst zu schaden… Ich bin Deine Mama. Du liebst mich. Und Du lebst einfach. Von Moment zu Moment…

Und ich bin gerade nur deshalb gefühlt kurz vorm Platzen, weil ICH nicht verstehe, wie man wegen einem T-Shirt einen ganzen Schrank ausräumen kann (und Unordnung nicht ertrage?!). Weil ICH JETZT los will (und man im Regen eben nicht mit dem Fahrrad fährt, weil man sich sonst erkältet und dann krank wird und und und?!) und weil ICH denke, dass jeder im Haushalt was machen muss (weil man das halt so macht?!)…

Mein Kind, ich danke Dir von Herzen dafür, dass Du mich immer wieder an solche „Grenzen“ bringst. Und auch zum Nachdenken darüber, welche es wirklich braucht… und wo ich mich in Erwartungen, alten Mustern oder komischen Gedanken verrenne…

DU & ICH, wir machen das schon…

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