Das wahre Glück.
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Was muss ich tun, um geliebt zu werden?

liebe ist bedingungslos

Zu Besuch bei meinen Eltern. Mittagszeit.

Wir alle haben gut gegessen. Nun grinsen wir uns gegenseitig kurz an und dann verzieht sich jeder irgendwohin. Denn nach einem guten Mittagessen ist daheim am Wochenende RUHEZEIT… Jeder wie er will. Hauptsache ne Pause… Ich für meinen Teil schau mir mein Kind an, das den ganzen Vormittag draußen getobt hat und befinde, dass es eine gute Idee ist, mich mit ihm ins Bett zu kuscheln.

Keine fünf Minuten später schläft der Räuber, obwohl er mir natürlich vorher noch mehrmals versichert hat, dass er KEIN BISSCHEN müde ist… Da liegt er nun, der süsse Kerl… Ich beobachte ihn noch eine Weile und schlafe wohl irgendwann darüber ein…

Ich werde wieder wach, als der Sohn über mich drüber aus dem Bett krabbelt. Er will zu Oma… Dann höre ich als nächstes die Türklingel. Dann Lachen. Dann meinen Bruder und seine Freundin. „Ach wie schön.“, denke ich und beschließe aufzustehen. Treppe runter, voll und ganz damit beschäftigt, die Augen nach dem Schläfchen irgendwie aufzubekommen,… steht da breit grinsend mein Bruder… und nimmt mich in den Arm. So, wie ich da stehe. Verschlafen, mit ohne Frisur, halb offenen Augen und einem *eyichbingradaufgewachtundwillerstmalklarkommengesicht*…

Und als ich so an dem großen Kerl „drankuschle“, muss ich schmunzeln. Und ich spüre, wie gut es sich anfühlt, geliebt zu werden. Einfach so. Auch wenn ich grad verpeilt, verschlafen und definitiv nicht wie seine Schwester aussehe, sondern eher wie… Ach, lassen wir das…

Was ich eigentlich sagen will: Dies zu kapieren, anzunehmen, genießen zu können – das hat so so lange gedauert… (Viel zu) viele Jahre war ich fest davon überzeugt, dass ich leisten muss, um geliebt zu werden. Dass ich umso mehr gemocht werde, je mehr ich schaffe… Dass es darauf ankommt, möglichst unkompliziert – dafür aber äußerst belastbar – zu sein. Und irgendwie konnte mir das niemand ausreden… Ich weiß noch, wie während der Prüfungsphase zu Abizeiten mein Papa zu mir ins Zimmer kam und sagte „Egal, wie das hier ausgeht, ich hab Dich lieb.“

Wie wenig das bei mir ankam…

Und ich weiß noch, wie sehr meine Eltern und mein Mann vor meinem Zusammenbruch versuchten, mit mir zu sprechen… mich irgendwie zu erreichen mit ihren Worten und ihrer Liebe…

Und wie wenig sie es schafften…

Musste mir das alles passieren? Kann es sein, dass es diese tiefen tiefen Täler braucht, um Veränderung wirklich anzugehen? Wie weh muss es denn eigentlich tun, bis wir den Mut aufbringen, unser Leben lieb zu haben?

Ich kann Dir darauf keine Antwort geben. Was ich aber sicher weiss: Meine Krise war mein zweiter Geburtstag. Denn sie hat mit mir etwas gemacht. Einen Prozess angestoßen. Und der dauert an… Tag für Tag für Tag… Und ich lerne und lerne und lerne…

Was? Na zum Beispiel, dass ich NICHTS tun muss, um geliebt zu werden…

Liebe ist bedingungslos.

Wirklich.

Wir müssen nichts tun, um geliebt zu werden. Denn wir sind genau SO richtig, wie wir sind. Mit all unseren Stärken. Mit all unseren Schwächen. Unseren Ängsten. Unserer Unsicherheit…

Und deshalb genieße ich es heute UNENDLICH, wenn mein kleiner großer Bruder mich feste drückt & mir sagt, dass er mich liebhat…

PS: Das Titelbild entstand auf unserer Hochzeit… Mein Bruder hatte meinem Mann & mir ein Lied geschrieben – und ich hätte ihn danach am liebsten nie mehr losgelassen… ES WAR SOOOOOOOOOOOOOOOOOO wunderbar 😉

 

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