Der feine Unterschied.
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Neujahrsfalle

Ach ihr Lieben… Kaum sind die stillen Momente der Weihnachtszeit vorüber, beobachte ich Seltsames: Menschen – gerade noch im Ruhe-, Entspannungs- und Familienmodus – stürzen durch das neue Jahr. Und das auch noch mit wehenden Fahnen und „voller Power“.

Vielleicht,

… weil in den Weihnachtstagen zu viel geschlemmt wurde und das Ego nun schreit: „Du bist zu fett!“.

… weil sooo viel liegengeblieben ist. Und das nun aufgearbeitet werden MUSS.

… weil die guten Vorsätze im Nacken sitzen und unaufhörlich flüstern: „Aber du hast es versprochen! In der Silvesternacht!“.

… weil die Zeitungen voll sind mit schlauen Tipps für das neue Jahr. Zeitmanagement, Gelassenheit im Job, 10 kg weniger in zwei Tagen… undundund…

… weil die anderen erzählen, was bei ihnen nun alles ansteht und dein Ego dir nen Arschtritt gibt und dich zwingt, mitzurennen.

… weil der Chef davon spricht, dass das neue Jahr DIE Chance für dich bereithält – wenn du dich nur ordentlich anstrengst…

… weil dein Jahreshoroskop dir sagt, dass alles gut wird. Ab Mitte des Jahres.

Was auch immer die Gründe sein mögen, es ist eine Falle. Die Neujahrsfalle. Ich hab das beobachtet. Ein Mensch auf der Suche nach einem Anlass für Veränderung…und ZACK! Falle zugeschnappt. Und da sitzt man nun am 1. Januar. Alles neu. Alles anders. Alles besser… Und das Ego jubelt.

Aber hey, du bist kein anderer Mensch geworden über Nacht. Deine Lebensumstände, deine Glaubenssätze, deine innere Einstellung haben sich nicht mit dem lauten Knall Deiner Silvesterraketen in genau das verwandelt, was du gerne sehen magst. IST-SOLL-Vergleiche über Nacht sind gefährlich. Sie machen unzufrieden, schlechte Laune und verursachen STRESS.

Und falls du dich jetzt fragst, wie es denn nun gehen soll… Nein, ich gebe dir keine Tipps für mehr Selbstoptimierung. … Aber ich habe trotzdem etwas für dich. Ein Geschenk… in Textform… als Inspiration… für deinen ganz eigenen Weg in 2016:

Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann*

Vertrauen
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschah, richtig ist. Von da an konnte ich ruhig sein. Heute weiß ich, das nennt sich Vertrauen!

Selbstachtung
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, wie sehr es jemanden beschämt, ihm seine Wünsche aufzuzwingen, obwohl ich wusste, dass weder die Zeit reif noch der Mensch dazu bereit war und auch wenn ich selbst dieser Mensch war. Heute weiß ich, das nennt sich Selbstachtung!

Authentisch-Sein
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Heute weiß ich, das nennt man Authentisch-Sein.

Reife
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war. Heute weiß ich, das nennt man Reife!

Ehrlichkeit
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwickeln. Heute mache ich nur, was mir Spaß und Freude bereitet, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt, auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo. Heute weiß ich, das nennt man Ehrlichkeit!

Selbstliebe
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das gesunden Egoismus, aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe!

Einfach-Sein
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das nennt man Einfach-Sein!

Vollkommenheit
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, immer weiter in der Vergangenheit zu leben und mich um meine Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo alles stattfindet. So lebe ich jeden Tag und nenne es Vollkommenheit!

Herzensweisheit
Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken armselig und krank machen kann. Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte, bekam mein Verstand einen wichtigen Partner, diese Verbindung nenne ich Herzensweisheit!

Das ist das Leben
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen zu fürchten, denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten. Heute weiß ich, das ist das Leben!

* Dieser wunderbare Text wird Charlie Chaplin zugeschrieben. Angeblich hat er ihn zu seinem 70. Geburtstag verfasst – allerdings gibt es keine eindeutigen Quellennachweise, die dies belegen.

 

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2 Kommentare

  1. Jana sagt

    Liebe Anja,

    jetzt muss ich doch mal kommentieren und das gleich mit einem Widerspruch 😉 Ich bin nämlich eine „Volle-Power-ins-neue-Jahr-Starterin“ (auch wenn ich mir explizit keine Vorsätze überlege) und sehe einfach die Beweggründe anders. Der „Ruhe-, Entspannungs- und Familienmodus“ über Weihnachten ist doch tatsächlich gar keiner. Denn auch wenn man seine Familie und die Freunde wirklich gern sieht, man ist die ganze Zeit nur zu Gast (zumindest ich, die an Weihnachten immer alle besucht) oder hat Gäste…. und passt sich an. Und hört zu. Und muss erzählen…. und Fotos zeigen… und essen. Und das ist ganz schön anstrengend, wie ich finde. Wenn ich dann wieder nach Hause komme, hab ich tausend Projekte im Kopf, die ich mir überlegt habe, während ich am 26. bei Oma Heinz den 5. Kaffee trinken und das 3. Stück Stollen essen musste. Ich freue mich unbändig, meine Freizeit wieder selbst gestalten zu dürfen. Und jetzt freue ich mich außerdem darüber, dass ich vorgestern meinen Flur neu gestrichen habe, ich gerade gern auf Arbeit gehe und dass ich einen wichtigen Anruf total souverän gemeistert habe und so springe ich die ersten Wochen nach Silvester energiegeladen durch die Welt und freue mich über die Möglichkeit, wieder neu anzufangen, denn dann kann man das, was man verbockt hat, hinter sich lassen. In einen Zeitsafe packen („Das war doch letztes Jahr“) und mit neuem Mut und Selbstbewusstsein loslegen. Ich denke, die meisten vorsätzlichen Silvester-Menschen sind nicht auf der Suche nach einem Anlass für Veränderung, sondern sie haben ihn schon gefunden und das neue Jahr ist nur der Startschuss. Und der eine bleibt hängen und wird Judo-Weltmeister, der Interviews gibt wie „Es fing an mit einem guten Vorsatz…“ während der andere vielleicht aufgibt. So what?

    P.S. Vertiefend gern bei einer Tasse Tee 🙂

    • Anja
      Anja sagt

      Liebe Jana,

      ich freu mich unbändig von Dir zu lesen 🙂 Und noch viel mehr freu ich mich auf den vertiefenden Tee… auch, weil mich wirklich interessiert, was es mit dieser „Neujahrsmagie“ auf sich hat… In diesem Sinne: Bis bald 🙂

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