Das wahre Glück.
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Das hatte ich mir aber anders vorgestellt!

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber mir fallen mehr und mehr „Eigentümlichkeiten“ an mir auf… Zum Beispiel folgende Marotte: Ich bin in meinem Kopf immerzu schon fertig. Noch bevor ich die Sache richtig angefangen habe… Was ich damit meine?

Nun, nachfolgend gern ein paar Beispiele:

Ich will ein Brot backen und habe gar keine Ruhe dabei, weil in meinem Kopf das Brot schon fertig und duftend auf dem Küchentisch liegt – noch schlimmer, ich sehe sogar schon, wie es genussvoll von den Freunden, die heute Abend zu Besuch kommen werden, verspeist werden wird. Also los los…

Oder anderes Beispiel: Ich möchte das Kind am Abend baden (schwieriges Unterfangen, weil Haare waschen = Folter). Nun also, während ich das Wasser einlasse, stelle ich mir schon vor, wie der Kleine nachher ganz brav und duftend und kuschelig im Schlafanzug auf der Couch sitzt und Sandmann schaut…

Oder ich will den Balkon bepflanzen und … na? Genau – gedanklich sitze ich schon inmitten der superschön gestalteten, bunten Schalen und Töpfe… Hach, wie im Frauenmagazin!

Wo das Problem liegt? Nun, wegen meiner Marotte kann ich oft den WEG gar nicht genießen. Bin total auf das Ergebnis fixiert. Und das ist nicht schön! Denn immer schon eine genaue Vorstellung im Hinterkopf zu haben, wie es sein sollte, nimmt mir den Moment.

Den Moment, wenn ich den Brotteig knete. Echte, schöne Handarbeit. Den Moment, wenn mein Sohn in der Badewanne ganz leise fragt: „Mama, hörst Du den Schaum knistern?“. Den Moment, wenn mein Kater sich auf dem Balkon mitten in den Sack mit der Blumenerde fallen lässt und dabei wohlig schnurrt… Ach, ich könnte endlos weitermachen… Und dabei ist es doch am Ende gar nicht das Ergebnis, was zählt. Und schon gar nicht meine Vorstellung davon. Sondern es sind genau diese kleinen wertvollen Momente…

Denn: NATÜRLICH sitzt der Sohn später nicht duftend und engelsgleich auf der Couch, sondern schreit und zetert, weil nicht der richtige Schlafanzug angezogen wurde… Und das Brot muss ich alleine essen, weil die Freunde ihren Besuch kurzfristig abgesagt haben. Und kann dabei nich mal auf dem Balkon sitzen, weil es immerzu regnet.

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2 Kommentare

  1. Liebe Anja,

    ja, das kenne ich auch! Und im Nachhinein denke ich mir, ich hätte die kleinen Momente mehr genießen, sie noch mehr “aufsaugen” sollen. Im Nachhinein werden sie mir sogar oft erst bewusst. Aber dann sind sie leider schon vorbei.

    Das hast Du ganz vortrefflich zusammengefasst 🙂

    Schönen Abend Dir!
    Kristina

    • Anja
      Anja sagt

      Guten Morgen Kristina,

      wie schön, von Dir zu hören 🙂 Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, dass ich das Beschriebene an mir selbst echt schade finde und Tag für Tag übe, WIRKLICH das wahrzunehmen, was gerade ist… Und an manchen Tagen gelingt es besser, an manchen weniger gut. Und gerade dann heißt es aber, nicht noch eine (schlechte) Bewertung oder Verurteilung meiner Person, die es wieder mal nich schafft, oben drauf zu setzen.

      Wir alle tun die Dinge doch jeden Tag, so gut wir können…

      Sei von Herzen gegrüßt!
      Anja

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